forum.LC8.info Foren-Übersicht  
FAQFAQ Knowledge BaseKnowledge Base SuchenSuchen KarteKarte KalenderKalender FotoalbumFotoalbum RegistrierenRegistrieren ProfilProfil LoginLogin

Berlin - Shiraz - Berlin. Ein Reisebericht!
Gehe zu Seite Zurück  1, 2
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen     forum.LC8.info Foren-Übersicht -> Reiseberichte Beiträge der letzten 24h (nach Forum sortiert)
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Bademeister02Offline
Asphaltcowboy
Anmeldungsdatum: 20.01.2015
Beiträge insgesamt: 61
KTM LC8 Adv 950, 2003
 →  48.000 km
Aprilia SL 1000 Falco
 →  55.000 km
Kawasaki KLR 650 Tengai
 →  52.000 km

BeitragVerfasst am : Sa, 12. Jan 2019, 10:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leute,

Weihnachten, Neujahr und die Arbeit haben mich ziemlich auf Trab gehalten. Dann is auch noch das Internet ausgefallen, daher gabs ne Weile keine Fortsetzung... Dieses Wochenende gehts aber direkt weiter.

@Isegrim: Vielen Dank für deine Eindrücke! Wenn ich von dem Versorgungsweg gewusst hätte, wär ich den auch lieber gefahren! Sieht weitaus interessanter aus als die langweiligen Straßen in Zentralkasachstan^^

Und nun dann direkt weiter in den nächsten Teil!

Turkmenistan und die umständliche Reise in den Iran

An der turkmenischen Grenze war dann jedoch leider kein Weiterkommen... Höflich aber bestimmt wurde mir erklärt, dass die Grenze für mich dicht sei und damit ich es auch sicher verstand, beorderte man sogar noch einen Englisch sprechenden Grenzer aus dem Hauptgebäude herbei! Da war nichts zu machen-.- Herzlichen Dank an die turkmenische Botschaft die meinen Visumsantrag trotz ausführlicher Beschreibung (mit konkreter Nennung des Grenzübergangs) durchgewunken hat! Pfeifen!
Also wieder zurück zu den Kasachen die mich wieder mitleidig aufnahmen, mir Wasser und Lebensmittel schenkten und mich auf den Rückweg in die Dämmerung schickten. Wie sollte es denn nun weitergehen? Da ich nur ein Einmalvisum für Russland hatte, kam der Weg über Russland nicht in Frage. Die Einreise nach Turkmenistan war für Touristen nur über Usbekistan erlaubt und dafür hatte ich weder Visum noch Zeit. Also zurück nach Aqtau.
Nach viel Rumfragerei im dortigen Hafen und umfangreichen Internetrecherchen (caravanistan.com !) stellte sich heraus, dass für mich wohl nur der Weg über das Kaspische Meer in Frage kam. Direkte Fährverbindungen zwischen Kasachstan und dem Iran gibt es nicht und auch Turkmenistan ist von Aqtau wohl nicht per Schiff erreichbar. Ein zufällig im Hafen von Aqtau angetroffener Iraner (danke Ali!) brachte mich dann auf die Idee mit Aserbaidschan. Aserbaidschan stellt gegen Gebühr ein ziemlich fixes Onlinevisum aus und zwischen Aqtau und Baku gibt es sogar eine halbwegs regelmäßige Fährverbindung. Also Expressvisum für 90 Dollar im Netz besorgt und auf die Suche nach Fährtickets gegangen. Das war dann leider etwas komplizierter^^ Onlinebuchung, geschweige denn einen konkreten Fahrplan gibt es auf dieser Fährlinie nicht. Nur ein gutes altes analoges Büro in Aqtau in dem man Tickets buchen und nach den Abfahrten fragen kann. Aber nur an normalen Werktagen. Und es war Freitag Abend-.- Hier half dann caravanistan weiter und verriet mir die Nummer eines Angestellten der Fährlinie der Tickets besorgen könnte. Dieser war aber kaum des Englischen mächtig und ich verstand sein russisch nicht. Über eine nette Rezeptionistin die gut Englisch sprach, konnte ich dann doch Kontakt herstellen, worauf mich der Typ an einen weiteren Typ vermittelte der mir folgende Anweisung gab: "Sei am Montag Morgen um 2 Uhr im Hafen Kuryk. Dann sollte ein Schiff anlegen. Tickets verkauft irgendjemand vor Ort, nimm US-Dollar mit". Entsprechend war ich ab Sonntag Abend vor dem Gelände des nagelneun Fährhafens Kuryk (etwa 70km entfernt von Aqtau mitten im unbewohnten Niemandsland) und wartete auf die Fähre. Neben mir hatten sich noch einige andere Reisende versammelt und so wurde es eine lustige Runde. Morgens um 4 legte dann tatsächlich ein Schiff an und um 8 Uhr morgens kamen zwei schmierig aussehende Typen die uns Tickets verkauften. Kostenpunkt 80USD pro Person plus 120USD fürs Mopped (die waren dann in Aserbaidschan zu bezahlen). Eine teure Reise. Nach stundenlanger weiterer Warterei, endlosen Kontrollen sämtlicher Papiere (hier musste die Zollerklärung dann abgegeben werden) und dem Bezahlen der Hafengebühr ging es dann gegen 16 Uhr auf die Fähre. Der ganze Ablauf erschien noch relativ unorganisiert und uneingespielt, was daran liegen könnte, dass der Hafen erst seit wenigen Monaten in Betrieb war. Bei der Fähre handelt es sich um ein altes Fährschiff das für den Transport von Zügen und LKW ausgelegt war und nebenbei Kabinen an abenteuerlustige Reisende vermietete. Die Fahrzeuge der Reisenden inklusive der Kati wurden irgendwo zwischen den Zügen verzurrt und dann ging es in die uralten Zweimannkabinen. Alt und abgeranzt aber es gab saubere Bettwäsche und ein Bullauge das man öffnen konnte. Herrlich! An Bord gabs Vollverpflegung und ständig heißen Tee. Sonst gabs natürlich nichts zu tun, aber man bekommt sich schon beschäftigt^^ Nette Gesellschaft war ja vorhanden und das Essen war auch in Ordnung! Wir kamen dann Dienstag Abend gegen 23 Uhr im Hafen von Alat (südlich von Baku) an und warteten auf die Erlaubnis zum Anlegen. Hier hatte ich Geschichten gehört, dass es bis zu 6 Tage dauern könnte bis das Schiff im Hafen anlegen durfte und tatsächlich hat ein Ami den ich vorher in Kasachstan getroffen hatte, später 2 komplette Tage auf Reede gelegen. Die arme Sau! Wir durften jedenfalls relativ zügig anlegen und konnten von Bord. Aufgrund eines IT-Problems und aktuter Unfähigkeit der aserbaidschanischen Hafen-/Grenzbeamten dauerte der Aufenthalt im Hafen jedoch noch bis 4 Uhr morgens. Erst dann hatten wir sämtliche Gebühren bezahlt (den Fährpreis für die Fahrzeuge, Hafengebühr auf aserbaidschanischer Seite, Gebühr für die Benutzung aserbaidschanischer Straßen), unser Gepäck war fertig kontrolliert (sehr ausführliche Suche nach "Drogen" in Medikamenten) und die Stempel im Pass (Visum unbedingt ausgedruckt mitbringen). Da es bereit so spät war, bin ich mit einigen anderen Reisenden nur noch ein paar Kilometer vom Hafen weg gefahren und hab in der Wüste gecampt... Am nächsten Tag fiel mir dann ein, dass ich ja noch eine Haftpflichtversicherung fürs Mopped brauche. Also zurück zum Hafen und fragen... Dort konnte mir aber niemand helfen, also beschloss ich in einem Rutsch in den Iran zu fahren und auf mein Glück zu hoffen. Die 212km bis zur iranischen Grenze konnte ich auf dem hervorragenden Highway zügig und ohne Kontrolle hinter mich bringen. Die Ausreise aus Aserbaidschan verlief problemlos und zügig. Die Grenzer waren durchweg freundlich, der Grenzposten war jedoch etwas unübersichtlich^^

Und dann wehte da auf der anderen Seite die iranische Flagge....



20180923_143717.jpg
 Beschreibung:
auf dem Weg zum Fährhafen Kuryk
 Dateigröße:  189.57 KB
 Angeschaut:  11 mal

20180923_143717.jpg



20180924_153303.jpg
 Beschreibung:
die Fähre nach Aserbaidschan
 Dateigröße:  141.55 KB
 Angeschaut:  13 mal

20180924_153303.jpg



20180926_095248.jpg
 Beschreibung:
Camping in Aserbaidschan am Fuße eines Schlammvulkans
 Dateigröße:  205.56 KB
 Angeschaut:  16 mal

20180926_095248.jpg


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen 
Bademeister02Offline
Asphaltcowboy
Anmeldungsdatum: 20.01.2015
Beiträge insgesamt: 61
KTM LC8 Adv 950, 2003
 →  48.000 km
Aprilia SL 1000 Falco
 →  55.000 km
Kawasaki KLR 650 Tengai
 →  52.000 km

BeitragVerfasst am : Mo, 11. März 2019, 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Iran, der Inbegriff von Freundlichkeit!

Die Schranke ging hoch und dann hieß es die paar hundert Meter Niemandsland überwinden. Durch Unmengen an Passanten, zahlreiche rumstehende Uniformierte und ein wahres Flaggenmeer ging es über eine kurze Brücke zur iranischen Seite des Grenzörtchens Astara. Am Ersten Gebäude der iranischen Grenzer wurde ich noch mit hochgezogenen Augen durchgewunken, musste mich dann 50m später doch an der kurzen Schlange aus LKWs anstellen. Die Gebäude und die Straße waren hier in weitaus schlechterem Zustand als auf aserbaidschanischer Seite und es war auch nicht viel los. Nach einiger Verwirrung welches "Fenster" denn nun für mich zuständig wäre nahm sich ein freundlicher iranischer Grenzer, der fließend Englisch sprach, meiner an. Visumskontrolle, kurzer Check einer Satteltasche nach Alkohol und schon war der erste Teil der Kontrolle durch. Anschließend tauchte aus dem nichts ein Iraner auf, der mir sein Handy in die Hand drückte und mir erklärte ich solle mit der Person am anderen Ende reden. Der Typ am Telefon bot mir seine Dienste bei der Abwicklung der Formalitäten rund um das Carnet de Passage an und sprach ebenfalls gutes Englisch. Kurze Wartezeit später tauchte der Kerl auch schon auf und nahm mich freudestrahlend in Empfang. Mein erster Fixer^^ Der Typ hatte sogar einen laminierten Ausweis... Er erklärte mir, dass die Zollabfertigung bereits seit 14 Uhr geschlossen sei und ich eigentlich bis zum nächsten Tag warten müsste. Er kenne aber einen, der mich auch außerhalb der Öffnungszeiten abfertigen würde und gegen 15$ könnte er alles für mich organisieren. Keine Ahnung ob die Geschichte stimmte aber in der Zollabfertigung war tatsächlich niemand zu sehen. Bei der Ausreise hatte ich dann das gleiche Problem (Feierabend um 14 Uhr), an der Geschichte scheint also was dran zu sein. Irgendwann tauchte dann der Zollbeamte auf, erledigte den Papierkram, schaute einmal kurz auf die Rahmennummer an der Kati und stempelte das Carnet. Die fällige Gebühr durfte ich dann bei einem eher weniger gut gelaunten Kassenmenschen entrichten der anscheinend auch schon Feierabend gehabt hatte. Anschließend bekam der Fixer seine 15$ und ich war fast durch. Allerdings kam ich dann auf die glorreiche Idee bei ihm noch Geld zu wechseln. Hier bin ich dann das einzige Mal im Iran wirklich abgezockt worden. Ich vertraute wie immer auf meine gute alte Wechselkursapp die sich beim letzten Mal Internet aktualisiert hatte und wollte lediglich 50$ bei dem Fixer wechseln. Laut App waren 50$ ca. 3,8 Millionen Rial. Hörte sich für mich gut an, also drückte ich ihm die 50 Dollar in die Hand und freute mich, dass er mir sogar glatt 4 Millionen zurückgab. Spätestens da hätte ich mal misstrauisch werden können, aber später ist man ja immer schlauer. Beim ersten Halt in Rasht stellte sich dann schnell heraus, dass der Fixer ein ziemlich gutes Geschäft gemacht hatte. Der offizielle Wechselkurs den meine App kannte, hatte nämlich leider kaum etwas mit dem "Schwarzmarktkurs" zu tun, der eigentlich im Iran verwendet wird. Laut diesem Kurs waren meine 50$ ca. 15 Millionen Rial wert. Schöner Mist... mir tats nicht wirklich weh, aber geärgert hats mich trotzdem!
Nachdem die Grenze überwunden war ging es immer weiter auf der Küstenstraße 49 nach Süden. Ich wollte soweit fahren wie es noch halbwegs hell war, da ich dem iranischen Verkehr noch nicht wirklich traute. Vorher hatte ich ja unzählige Geschichten über die wahnsinnigen iranischen Verkehrsteilnehmer gehört und war dementsprechend gespannt. Aber das war meiner Meinung nach alles halb so schlimm. Sicher sind die alle flotter unterwegs und nutzen jede sich bietende Lücke aus, aber als Tourist auf einem großen vollgepackten Motorrad nehmen gefühlt alle halbwegs Rücksicht und versuchen dich nicht aktiv zu töten. Mir hat der iranische Verkehr (außer in der Altstadt von Teheran) tatsächlich Spaß gemacht^^ Interessant war auf den ersten hundert Kilometern auch, wie sehr die Leute auf das Motorrad und mich reagiert haben. Man kam aus dem Winken, Smalltalk bei Ampelstopps halten und Grinsen kaum noch heraus. Soviel geballte postive Aufmerksamkeit ist mir auf meinem Mopped bislang nicht entgegengebracht worden. Anfangs war es ungewohnt aber schnell wurde es Alltag, dass die linke Hand mehr winkend in der Luft als am Lenker war. Überalle lachende und winkende Menschen. Das war schon was ganz Besonderes!

In den nächsten Tagen ging es dann über nahezu perfekte Straßen entlang der Südküste des Kaspischen Meeres bis nach Tschalus. Dort nahm ich dann die Straße 59 landeinwärts, da ich nach Teheran wollte. Alter Falter hat sich das gelohnt! Eine hervorragend ausgebaute Berg-/Passstraße mit atemberaubenden Serpentinen und genialen Ausblicken. Dummerweise hatte ich gerade den Freitag für meine Fahrt durchs Gebirge ausgewählt und da an diesem Tag (der muslimische Sonntag) alle Teheranis ins Gebirge fahren war es entsprechend voll. Aber die Fahrt war trotzdem mega... In Teheran hab ich dann einen Kumpel abgeholt, der aus Deutschland nachgeflogen war und bin mit ihm zu unserem Motorradvermieter gefahren, wo wir dann auch zwei Nächte verbracht haben. Anschließend sind wir Beide Richtung Süden und über Qom, Kashan und Isfahan nach Shiraz gefahren. Der Rückweg verlief dann über Yazd, Kashan, Qom wieder nach Teheran. Dort dann Abgabe des Moppeds und mein Kollege flog wieder nach Deutschland. Für mich ging es dann in den Norden nach Täbris, wo ich auch noch einige Tage verbracht hab, bevor ich dann am Grenzübergang Gürbulak dieses grandiose Land verlassen hab (Procedere ähnlich der Einreise, ging nur mit Fixer da wieder alles zu war-.-). Um hier alles Touristische ausführlich zu beschreiben fehlt hier der Platz und diese Zielrichtung hat der Thread auch nicht. Wenn ihr ausführliche Infos haben wollt, dann sagt Bescheid oder postet einfach die Fragen!

Kurz zusammengefasst: Meine Highlights waren Teheran (gigantische, pulsierende Metropole), Isfahan (typisches "tausend und eine Nacht" Gefühl) und Yazd (entspannte Wüstenatmosphäre). Dazwischen gab es noch ne Menge coole Spots die wir "am Wegesrand" abgegrast (z.B. Das Bergdorf Abyaneh) und uns auch nachhaltig beeindruckt haben....

Nun zu den praktischen Sachen.

Sicherheit:
Ist im Iran ist (gefühlt) hervorragend. Ist halt eine Diktatur durch und durch... Polizei und Armee waren präsent, sind mir aber nicht negativ aufgefallen. Angehalten wurde ich nur einmal und da hatte der junge Polizist auch nur Augen für die Kati und hat mich nach kurzem Staunen mit nem freundlichen Grinsen weiter geschickt. Mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen hatte ich auch auf Basaren nie Sorge um meine Wertsachen und mir ist auch nichts geklaut worden. Die europäischen Frauen die wir unterwegs getroffen haben, haben auch nichts negatives bezüglich ihres Sicherheitsgefühls berichtet. Natürlich ist der Umgang zwischen Einheimischen und Frauen in diesem erzkonservativen Land anders als mit mir und meinem Kollegen, aber die meisten Damen hat das nicht groß gestört. Hier kann ich allerdings keine erste Hand Infos weitergeben. Wer diesbezüglich mehr wissen will, dem empfehle ich das grandiose Buch von Lois Pryce zu diesem Thema ("Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren").

Verkehr/Straßen:
Im Gegensatz zu der durch den ADAC im Vorfeld leider etwas befeuerten Panik hinsichtlich Einreisesperre für Moppeds mit mehr als 250kubik kann ich definitiv Entwarnung geben. Hat niemanden interessiert und wir haben (über den Motorradvermieter) auch nochmal entsprechend nachgefragt. Diese Regelung wird nicht für Touristen angewandt. An Mautstationen wurde ich ausnahmslos mit einem freundlichen Grinsen durchgewunken, aber kurz angehalten und Hallo gesagt hab ich trotzdem. Höflickeit und so... Sprit gibts überall und zu lächerlich günstigen Konditionen. Ein Liter Benzin kostet immer 20.000 Rial. Also ca. 14Cent... und die Qualität war wirklich hervorragend! Der Verkehr (grade in Städten) ist gewöhnungsbedürftig, aber wer in deutschen/europäischen Großstädten fahren kann, bekommt das dort mit ein bisschen Eingewöhnung auch hin. Außer in der Altstadt von Teheran. Das sollte man vllt erstmal lassen^^

Geld:
Ist tatsächlich ein kleineres Problem als erwartet. Aufgrund der Sanktionen ist der Iran nicht an das internationale Bankenwesen angeschlossen und daher funktionieren unsere Kredit/EC-Karten nicht. Es gibt in Teheran wenige Ausnahmen in internationalen Hotels, aber die sind für den normalen Reisenden irrelevant. D.h. Nur Bares ist Wahres... Ich hatte für die gesamte Reise 500$ und 500€ als Barreserve dabei. Das hat mehr als gereicht, da man sich außerhalb des Iran auch gut über Geldautomaten versorgen konnte. Geldumtausch im Iran findet nicht in Banken sondern in Juwelieren oder richtigen Geldwechselstuben statt. Diese sind meistens in den Basaren oder in der Nähe zu finden. Hilfrich ist es vorher einen Iraner (z.b. Guesthouse/Hotelangestellte) nach dem derzeitigen inoffiziellen Wechselkurs zu fragen, damit man nicht vielleicht doch übers Ohr gehauen wird. Während meiner 2 Wochen im Iran haben diese inoffiziellen Kurse stark geschwankt, daher kann ich auch nichts zu den aktuellen Kursen "im Land" sagen. Das muss man dann vor Ort erfragen... Man kann sich auch eine der im Iran weit verbreiteten "Prepaid-Kreditkarten" besorgen die man vor Ort mit Geld auflädt. Wir hatten eine von unserem Vermieter vorbei und das hat auch super funktioniert. Wie man daran allerdings ohne einheimische Kontakte kommt, weiß ich nicht.

Mopped:
Es gibt in Teheran eine Werkstattkette die KTM lizensiert ist. Die Jungs dort schrauben natürlich nahezu ausschließlich an den kleinen KTMs rum, waren aber äußerst nett und hilfsbereit. Im restlichen Land gibts Unmengen kleiner Werkstätten und findige Mechaniker. Nothilfe bekommt man also höchstwahrscheinlich überall. Eine Haftpflicht fürs Mopped habe ich mit Hilfe des Motorradvermieters abgeschlossen. Hat mich für 3 Monate 3Mill. Rial gekostet. Wo man sich die selbstständig besorgen soll, weiß ich leider nicht.

Unterkunft:
Iraner lieben Campen. Daher sollte es da keine Probleme mit wildcampen geben. Ich hab leider nicht gecampt sonder wieder mal in den Städten übernachtet. Gut, günstig und bequem. Einmal wollten wir in der Wüste zelten, aber da hat uns ein ziemlich fieses Unwetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Unterkünfte (hauptsächlich Guesthouses und Hotels) gibts überall massenhaft und in fast jeder Preiskategorie. Booking.com funktioniert leider nicht, daher hab ich mir die Unterkünfte klassisch über meinen Reiseführer rausgessucht. Wer in den Unterkünften vernünftig das immer vorhandene WLAN nutzen will, sollte sich eine gute VPN-App runterladen, da fast alle normalen Seiten die man als Europäer nutzt, gesperrt sind.

Telefonie/Navigation:
Wir haben uns über den Vermieter iranische SIMs besorgt, für die der arme Typ allerdings einen Heidenaufwand betreiben musste. Ob wir ohne diesen freundlichen Mann an SIM-Karten gekommen wären ist fraglich. Achtet darauf wenn möglich nicht die SIM-Karten der staatlichen Gesellschaft (hat so ein blaues Logo) zu kaufen, da damit VPN-Apps nicht bis kaum funktionieren. Google Offline Navigation hat auch irgendwie nicht funktioniert, wer also ein gescheites Navi oder ne Straßenkarte hat, der ist doch etwas im Vorteil...

Mehr fällt mir an praktischen Tipps erstmal nicht ein. Vllt kommt ja später nochmal was hoch^^

Abschließend möchte ich nochmal betonen, dass mich das Land wirklich überrascht hat. Ich bin grade in Punkto Freundlichkeit der Leute, mit sehr großen Erwartungen in das Land eingereist. Aber wie es dann tatsächlich war, hat das nochmal getoppt. Einfach völlig irre wie herzlich die Leute einen aufnehmen, behandeln und beschenken. Ich hätte gerne immer etwas zurück geschenkt, aber leider hatte ich nichts dabei. Daher blieb es meistens bei freundlichen Worten und Gesten. Ist schwierig zu beschreiben und sollte man einfach mal erlebt haben, bevor der Massentourismus dort ankommt! Für mich hat sich der Besuch dort unglaublich gelohnt und ich werde definitiv nochmal dorthin zurückehren. Wenn auch wohl nicht auf eigener Achse...

Bis zum nächsten Beitrag und nun noch ein paar Bilder:-)



DSC02045.JPG
 Beschreibung:
Der Bergpass 59
 Dateigröße:  223.85 KB
 Angeschaut:  4 mal

DSC02045.JPG



20181003_114334.jpg
 Beschreibung:
Alte Ruinen und ein kleiner tapferer Chopper
 Dateigröße:  270.67 KB
 Angeschaut:  4 mal

20181003_114334.jpg



20181007_115334.jpg
 Beschreibung:
Das schönste Mopped!
 Dateigröße:  156.67 KB
 Angeschaut:  5 mal

20181007_115334.jpg



20180930_165412.jpg
 Beschreibung:
Der Sonne entgegen
 Dateigröße:  85.63 KB
 Angeschaut:  4 mal

20180930_165412.jpg


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen 
Bademeister02Offline
Asphaltcowboy
Anmeldungsdatum: 20.01.2015
Beiträge insgesamt: 61
KTM LC8 Adv 950, 2003
 →  48.000 km
Aprilia SL 1000 Falco
 →  55.000 km
Kawasaki KLR 650 Tengai
 →  52.000 km

BeitragVerfasst am : Mo, 11. März 2019, 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

Noch ein paar weniger motorradbezogene Bilder...


20181001_092952.jpg
 Beschreibung:
Restaurant in Abyaneh
 Dateigröße:  405.99 KB
 Angeschaut:  4 mal

20181001_092952.jpg



20181001_195333.jpg
 Beschreibung:
Die blaue Moschee in Isfahan
 Dateigröße:  222.31 KB
 Angeschaut:  3 mal

20181001_195333.jpg



20181002_153342.jpg
 Beschreibung:
Der Naqsch-e-Dschahan Platz in Isfahan.
 Dateigröße:  269.61 KB
 Angeschaut:  3 mal

20181002_153342.jpg



20181004_140247.jpg
 Beschreibung:
Basar in Shiraz
 Dateigröße:  199.61 KB
 Angeschaut:  4 mal

20181004_140247.jpg



20181005_202240.jpg
 Beschreibung:
Yazd at night
 Dateigröße:  247.23 KB
 Angeschaut:  4 mal

20181005_202240.jpg



20181011_133539.jpg
 Beschreibung:
Die Heimat ruft...
 Dateigröße:  194.66 KB
 Angeschaut:  8 mal

20181011_133539.jpg


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen 
IF3Offline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 11.02.2008
Beiträge insgesamt: 2269
KTM 950 S Go!!!!!!!
KTM 690 R 2010

BeitragVerfasst am : Di, 12. März 2019, 8:33    Titel: Antworten mit Zitat

Schöner Bericht und die Bilder wub
Bademeister!

_________________
Der Schlechte Weg ist das Ziel Rolling Eyes
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    forum.LC8.info Foren-Übersicht -> Reiseberichte Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2
Seite 2 von 2

 
Beiträge der letzten 24h (nach Forum sortiert)

Gehe zu:  
Rechte



Powered by phpBB © 2001 - 2005 phpBB Group |  Hosted and administrated by schradtnet_mini.gif | Lösche Cookies von diesem Forum
[ Time: 0.1266s ][ Queries: 31 (0.0188s) ]