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Berlin - Shiraz - Berlin. Ein Reisebericht!
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Bademeister02Offline
Asphaltcowboy
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BeitragVerfasst am : Sa, 12. Jan 2019, 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leute,

Weihnachten, Neujahr und die Arbeit haben mich ziemlich auf Trab gehalten. Dann is auch noch das Internet ausgefallen, daher gabs ne Weile keine Fortsetzung... Dieses Wochenende gehts aber direkt weiter.

@Isegrim: Vielen Dank für deine Eindrücke! Wenn ich von dem Versorgungsweg gewusst hätte, wär ich den auch lieber gefahren! Sieht weitaus interessanter aus als die langweiligen Straßen in Zentralkasachstan^^

Und nun dann direkt weiter in den nächsten Teil!

Turkmenistan und die umständliche Reise in den Iran

An der turkmenischen Grenze war dann jedoch leider kein Weiterkommen... Höflich aber bestimmt wurde mir erklärt, dass die Grenze für mich dicht sei und damit ich es auch sicher verstand, beorderte man sogar noch einen Englisch sprechenden Grenzer aus dem Hauptgebäude herbei! Da war nichts zu machen-.- Herzlichen Dank an die turkmenische Botschaft die meinen Visumsantrag trotz ausführlicher Beschreibung (mit konkreter Nennung des Grenzübergangs) durchgewunken hat! Pfeifen!
Also wieder zurück zu den Kasachen die mich wieder mitleidig aufnahmen, mir Wasser und Lebensmittel schenkten und mich auf den Rückweg in die Dämmerung schickten. Wie sollte es denn nun weitergehen? Da ich nur ein Einmalvisum für Russland hatte, kam der Weg über Russland nicht in Frage. Die Einreise nach Turkmenistan war für Touristen nur über Usbekistan erlaubt und dafür hatte ich weder Visum noch Zeit. Also zurück nach Aqtau.
Nach viel Rumfragerei im dortigen Hafen und umfangreichen Internetrecherchen (caravanistan.com !) stellte sich heraus, dass für mich wohl nur der Weg über das Kaspische Meer in Frage kam. Direkte Fährverbindungen zwischen Kasachstan und dem Iran gibt es nicht und auch Turkmenistan ist von Aqtau wohl nicht per Schiff erreichbar. Ein zufällig im Hafen von Aqtau angetroffener Iraner (danke Ali!) brachte mich dann auf die Idee mit Aserbaidschan. Aserbaidschan stellt gegen Gebühr ein ziemlich fixes Onlinevisum aus und zwischen Aqtau und Baku gibt es sogar eine halbwegs regelmäßige Fährverbindung. Also Expressvisum für 90 Dollar im Netz besorgt und auf die Suche nach Fährtickets gegangen. Das war dann leider etwas komplizierter^^ Onlinebuchung, geschweige denn einen konkreten Fahrplan gibt es auf dieser Fährlinie nicht. Nur ein gutes altes analoges Büro in Aqtau in dem man Tickets buchen und nach den Abfahrten fragen kann. Aber nur an normalen Werktagen. Und es war Freitag Abend-.- Hier half dann caravanistan weiter und verriet mir die Nummer eines Angestellten der Fährlinie der Tickets besorgen könnte. Dieser war aber kaum des Englischen mächtig und ich verstand sein russisch nicht. Über eine nette Rezeptionistin die gut Englisch sprach, konnte ich dann doch Kontakt herstellen, worauf mich der Typ an einen weiteren Typ vermittelte der mir folgende Anweisung gab: "Sei am Montag Morgen um 2 Uhr im Hafen Kuryk. Dann sollte ein Schiff anlegen. Tickets verkauft irgendjemand vor Ort, nimm US-Dollar mit". Entsprechend war ich ab Sonntag Abend vor dem Gelände des nagelneun Fährhafens Kuryk (etwa 70km entfernt von Aqtau mitten im unbewohnten Niemandsland) und wartete auf die Fähre. Neben mir hatten sich noch einige andere Reisende versammelt und so wurde es eine lustige Runde. Morgens um 4 legte dann tatsächlich ein Schiff an und um 8 Uhr morgens kamen zwei schmierig aussehende Typen die uns Tickets verkauften. Kostenpunkt 80USD pro Person plus 120USD fürs Mopped (die waren dann in Aserbaidschan zu bezahlen). Eine teure Reise. Nach stundenlanger weiterer Warterei, endlosen Kontrollen sämtlicher Papiere (hier musste die Zollerklärung dann abgegeben werden) und dem Bezahlen der Hafengebühr ging es dann gegen 16 Uhr auf die Fähre. Der ganze Ablauf erschien noch relativ unorganisiert und uneingespielt, was daran liegen könnte, dass der Hafen erst seit wenigen Monaten in Betrieb war. Bei der Fähre handelt es sich um ein altes Fährschiff das für den Transport von Zügen und LKW ausgelegt war und nebenbei Kabinen an abenteuerlustige Reisende vermietete. Die Fahrzeuge der Reisenden inklusive der Kati wurden irgendwo zwischen den Zügen verzurrt und dann ging es in die uralten Zweimannkabinen. Alt und abgeranzt aber es gab saubere Bettwäsche und ein Bullauge das man öffnen konnte. Herrlich! An Bord gabs Vollverpflegung und ständig heißen Tee. Sonst gabs natürlich nichts zu tun, aber man bekommt sich schon beschäftigt^^ Nette Gesellschaft war ja vorhanden und das Essen war auch in Ordnung! Wir kamen dann Dienstag Abend gegen 23 Uhr im Hafen von Alat (südlich von Baku) an und warteten auf die Erlaubnis zum Anlegen. Hier hatte ich Geschichten gehört, dass es bis zu 6 Tage dauern könnte bis das Schiff im Hafen anlegen durfte und tatsächlich hat ein Ami den ich vorher in Kasachstan getroffen hatte, später 2 komplette Tage auf Reede gelegen. Die arme Sau! Wir durften jedenfalls relativ zügig anlegen und konnten von Bord. Aufgrund eines IT-Problems und aktuter Unfähigkeit der aserbaidschanischen Hafen-/Grenzbeamten dauerte der Aufenthalt im Hafen jedoch noch bis 4 Uhr morgens. Erst dann hatten wir sämtliche Gebühren bezahlt (den Fährpreis für die Fahrzeuge, Hafengebühr auf aserbaidschanischer Seite, Gebühr für die Benutzung aserbaidschanischer Straßen), unser Gepäck war fertig kontrolliert (sehr ausführliche Suche nach "Drogen" in Medikamenten) und die Stempel im Pass (Visum unbedingt ausgedruckt mitbringen). Da es bereit so spät war, bin ich mit einigen anderen Reisenden nur noch ein paar Kilometer vom Hafen weg gefahren und hab in der Wüste gecampt... Am nächsten Tag fiel mir dann ein, dass ich ja noch eine Haftpflichtversicherung fürs Mopped brauche. Also zurück zum Hafen und fragen... Dort konnte mir aber niemand helfen, also beschloss ich in einem Rutsch in den Iran zu fahren und auf mein Glück zu hoffen. Die 212km bis zur iranischen Grenze konnte ich auf dem hervorragenden Highway zügig und ohne Kontrolle hinter mich bringen. Die Ausreise aus Aserbaidschan verlief problemlos und zügig. Die Grenzer waren durchweg freundlich, der Grenzposten war jedoch etwas unübersichtlich^^

Und dann wehte da auf der anderen Seite die iranische Flagge....



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 Beschreibung:
auf dem Weg zum Fährhafen Kuryk
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 Angeschaut:  20 mal

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 Beschreibung:
die Fähre nach Aserbaidschan
 Dateigröße:  141.55 KB
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 Beschreibung:
Camping in Aserbaidschan am Fuße eines Schlammvulkans
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Bademeister02Offline
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BeitragVerfasst am : Mo, 11. März 2019, 20:43    Titel: Antworten mit Zitat

Iran, der Inbegriff von Freundlichkeit!

Die Schranke ging hoch und dann hieß es die paar hundert Meter Niemandsland überwinden. Durch Unmengen an Passanten, zahlreiche rumstehende Uniformierte und ein wahres Flaggenmeer ging es über eine kurze Brücke zur iranischen Seite des Grenzörtchens Astara. Am Ersten Gebäude der iranischen Grenzer wurde ich noch mit hochgezogenen Augen durchgewunken, musste mich dann 50m später doch an der kurzen Schlange aus LKWs anstellen. Die Gebäude und die Straße waren hier in weitaus schlechterem Zustand als auf aserbaidschanischer Seite und es war auch nicht viel los. Nach einiger Verwirrung welches "Fenster" denn nun für mich zuständig wäre nahm sich ein freundlicher iranischer Grenzer, der fließend Englisch sprach, meiner an. Visumskontrolle, kurzer Check einer Satteltasche nach Alkohol und schon war der erste Teil der Kontrolle durch. Anschließend tauchte aus dem nichts ein Iraner auf, der mir sein Handy in die Hand drückte und mir erklärte ich solle mit der Person am anderen Ende reden. Der Typ am Telefon bot mir seine Dienste bei der Abwicklung der Formalitäten rund um das Carnet de Passage an und sprach ebenfalls gutes Englisch. Kurze Wartezeit später tauchte der Kerl auch schon auf und nahm mich freudestrahlend in Empfang. Mein erster Fixer^^ Der Typ hatte sogar einen laminierten Ausweis... Er erklärte mir, dass die Zollabfertigung bereits seit 14 Uhr geschlossen sei und ich eigentlich bis zum nächsten Tag warten müsste. Er kenne aber einen, der mich auch außerhalb der Öffnungszeiten abfertigen würde und gegen 15$ könnte er alles für mich organisieren. Keine Ahnung ob die Geschichte stimmte aber in der Zollabfertigung war tatsächlich niemand zu sehen. Bei der Ausreise hatte ich dann das gleiche Problem (Feierabend um 14 Uhr), an der Geschichte scheint also was dran zu sein. Irgendwann tauchte dann der Zollbeamte auf, erledigte den Papierkram, schaute einmal kurz auf die Rahmennummer an der Kati und stempelte das Carnet. Die fällige Gebühr durfte ich dann bei einem eher weniger gut gelaunten Kassenmenschen entrichten der anscheinend auch schon Feierabend gehabt hatte. Anschließend bekam der Fixer seine 15$ und ich war fast durch. Allerdings kam ich dann auf die glorreiche Idee bei ihm noch Geld zu wechseln. Hier bin ich dann das einzige Mal im Iran wirklich abgezockt worden. Ich vertraute wie immer auf meine gute alte Wechselkursapp die sich beim letzten Mal Internet aktualisiert hatte und wollte lediglich 50$ bei dem Fixer wechseln. Laut App waren 50$ ca. 3,8 Millionen Rial. Hörte sich für mich gut an, also drückte ich ihm die 50 Dollar in die Hand und freute mich, dass er mir sogar glatt 4 Millionen zurückgab. Spätestens da hätte ich mal misstrauisch werden können, aber später ist man ja immer schlauer. Beim ersten Halt in Rasht stellte sich dann schnell heraus, dass der Fixer ein ziemlich gutes Geschäft gemacht hatte. Der offizielle Wechselkurs den meine App kannte, hatte nämlich leider kaum etwas mit dem "Schwarzmarktkurs" zu tun, der eigentlich im Iran verwendet wird. Laut diesem Kurs waren meine 50$ ca. 15 Millionen Rial wert. Schöner Mist... mir tats nicht wirklich weh, aber geärgert hats mich trotzdem!
Nachdem die Grenze überwunden war ging es immer weiter auf der Küstenstraße 49 nach Süden. Ich wollte soweit fahren wie es noch halbwegs hell war, da ich dem iranischen Verkehr noch nicht wirklich traute. Vorher hatte ich ja unzählige Geschichten über die wahnsinnigen iranischen Verkehrsteilnehmer gehört und war dementsprechend gespannt. Aber das war meiner Meinung nach alles halb so schlimm. Sicher sind die alle flotter unterwegs und nutzen jede sich bietende Lücke aus, aber als Tourist auf einem großen vollgepackten Motorrad nehmen gefühlt alle halbwegs Rücksicht und versuchen dich nicht aktiv zu töten. Mir hat der iranische Verkehr (außer in der Altstadt von Teheran) tatsächlich Spaß gemacht^^ Interessant war auf den ersten hundert Kilometern auch, wie sehr die Leute auf das Motorrad und mich reagiert haben. Man kam aus dem Winken, Smalltalk bei Ampelstopps halten und Grinsen kaum noch heraus. Soviel geballte postive Aufmerksamkeit ist mir auf meinem Mopped bislang nicht entgegengebracht worden. Anfangs war es ungewohnt aber schnell wurde es Alltag, dass die linke Hand mehr winkend in der Luft als am Lenker war. Überalle lachende und winkende Menschen. Das war schon was ganz Besonderes!

In den nächsten Tagen ging es dann über nahezu perfekte Straßen entlang der Südküste des Kaspischen Meeres bis nach Tschalus. Dort nahm ich dann die Straße 59 landeinwärts, da ich nach Teheran wollte. Alter Falter hat sich das gelohnt! Eine hervorragend ausgebaute Berg-/Passstraße mit atemberaubenden Serpentinen und genialen Ausblicken. Dummerweise hatte ich gerade den Freitag für meine Fahrt durchs Gebirge ausgewählt und da an diesem Tag (der muslimische Sonntag) alle Teheranis ins Gebirge fahren war es entsprechend voll. Aber die Fahrt war trotzdem mega... In Teheran hab ich dann einen Kumpel abgeholt, der aus Deutschland nachgeflogen war und bin mit ihm zu unserem Motorradvermieter gefahren, wo wir dann auch zwei Nächte verbracht haben. Anschließend sind wir Beide Richtung Süden und über Qom, Kashan und Isfahan nach Shiraz gefahren. Der Rückweg verlief dann über Yazd, Kashan, Qom wieder nach Teheran. Dort dann Abgabe des Moppeds und mein Kollege flog wieder nach Deutschland. Für mich ging es dann in den Norden nach Täbris, wo ich auch noch einige Tage verbracht hab, bevor ich dann am Grenzübergang Gürbulak dieses grandiose Land verlassen hab (Procedere ähnlich der Einreise, ging nur mit Fixer da wieder alles zu war-.-). Um hier alles Touristische ausführlich zu beschreiben fehlt hier der Platz und diese Zielrichtung hat der Thread auch nicht. Wenn ihr ausführliche Infos haben wollt, dann sagt Bescheid oder postet einfach die Fragen!

Kurz zusammengefasst: Meine Highlights waren Teheran (gigantische, pulsierende Metropole), Isfahan (typisches "tausend und eine Nacht" Gefühl) und Yazd (entspannte Wüstenatmosphäre). Dazwischen gab es noch ne Menge coole Spots die wir "am Wegesrand" abgegrast (z.B. Das Bergdorf Abyaneh) und uns auch nachhaltig beeindruckt haben....

Nun zu den praktischen Sachen.

Sicherheit:
Ist im Iran ist (gefühlt) hervorragend. Ist halt eine Diktatur durch und durch... Polizei und Armee waren präsent, sind mir aber nicht negativ aufgefallen. Angehalten wurde ich nur einmal und da hatte der junge Polizist auch nur Augen für die Kati und hat mich nach kurzem Staunen mit nem freundlichen Grinsen weiter geschickt. Mit den üblichen Sicherheitsvorkehrungen hatte ich auch auf Basaren nie Sorge um meine Wertsachen und mir ist auch nichts geklaut worden. Die europäischen Frauen die wir unterwegs getroffen haben, haben auch nichts negatives bezüglich ihres Sicherheitsgefühls berichtet. Natürlich ist der Umgang zwischen Einheimischen und Frauen in diesem erzkonservativen Land anders als mit mir und meinem Kollegen, aber die meisten Damen hat das nicht groß gestört. Hier kann ich allerdings keine erste Hand Infos weitergeben. Wer diesbezüglich mehr wissen will, dem empfehle ich das grandiose Buch von Lois Pryce zu diesem Thema ("Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren").

Verkehr/Straßen:
Im Gegensatz zu der durch den ADAC im Vorfeld leider etwas befeuerten Panik hinsichtlich Einreisesperre für Moppeds mit mehr als 250kubik kann ich definitiv Entwarnung geben. Hat niemanden interessiert und wir haben (über den Motorradvermieter) auch nochmal entsprechend nachgefragt. Diese Regelung wird nicht für Touristen angewandt. An Mautstationen wurde ich ausnahmslos mit einem freundlichen Grinsen durchgewunken, aber kurz angehalten und Hallo gesagt hab ich trotzdem. Höflickeit und so... Sprit gibts überall und zu lächerlich günstigen Konditionen. Ein Liter Benzin kostet immer 20.000 Rial. Also ca. 14Cent... und die Qualität war wirklich hervorragend! Der Verkehr (grade in Städten) ist gewöhnungsbedürftig, aber wer in deutschen/europäischen Großstädten fahren kann, bekommt das dort mit ein bisschen Eingewöhnung auch hin. Außer in der Altstadt von Teheran. Das sollte man vllt erstmal lassen^^

Geld:
Ist tatsächlich ein kleineres Problem als erwartet. Aufgrund der Sanktionen ist der Iran nicht an das internationale Bankenwesen angeschlossen und daher funktionieren unsere Kredit/EC-Karten nicht. Es gibt in Teheran wenige Ausnahmen in internationalen Hotels, aber die sind für den normalen Reisenden irrelevant. D.h. Nur Bares ist Wahres... Ich hatte für die gesamte Reise 500$ und 500€ als Barreserve dabei. Das hat mehr als gereicht, da man sich außerhalb des Iran auch gut über Geldautomaten versorgen konnte. Geldumtausch im Iran findet nicht in Banken sondern in Juwelieren oder richtigen Geldwechselstuben statt. Diese sind meistens in den Basaren oder in der Nähe zu finden. Hilfrich ist es vorher einen Iraner (z.b. Guesthouse/Hotelangestellte) nach dem derzeitigen inoffiziellen Wechselkurs zu fragen, damit man nicht vielleicht doch übers Ohr gehauen wird. Während meiner 2 Wochen im Iran haben diese inoffiziellen Kurse stark geschwankt, daher kann ich auch nichts zu den aktuellen Kursen "im Land" sagen. Das muss man dann vor Ort erfragen... Man kann sich auch eine der im Iran weit verbreiteten "Prepaid-Kreditkarten" besorgen die man vor Ort mit Geld auflädt. Wir hatten eine von unserem Vermieter vorbei und das hat auch super funktioniert. Wie man daran allerdings ohne einheimische Kontakte kommt, weiß ich nicht.

Mopped:
Es gibt in Teheran eine Werkstattkette die KTM lizensiert ist. Die Jungs dort schrauben natürlich nahezu ausschließlich an den kleinen KTMs rum, waren aber äußerst nett und hilfsbereit. Im restlichen Land gibts Unmengen kleiner Werkstätten und findige Mechaniker. Nothilfe bekommt man also höchstwahrscheinlich überall. Eine Haftpflicht fürs Mopped habe ich mit Hilfe des Motorradvermieters abgeschlossen. Hat mich für 3 Monate 3Mill. Rial gekostet. Wo man sich die selbstständig besorgen soll, weiß ich leider nicht.

Unterkunft:
Iraner lieben Campen. Daher sollte es da keine Probleme mit wildcampen geben. Ich hab leider nicht gecampt sonder wieder mal in den Städten übernachtet. Gut, günstig und bequem. Einmal wollten wir in der Wüste zelten, aber da hat uns ein ziemlich fieses Unwetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Unterkünfte (hauptsächlich Guesthouses und Hotels) gibts überall massenhaft und in fast jeder Preiskategorie. Booking.com funktioniert leider nicht, daher hab ich mir die Unterkünfte klassisch über meinen Reiseführer rausgessucht. Wer in den Unterkünften vernünftig das immer vorhandene WLAN nutzen will, sollte sich eine gute VPN-App runterladen, da fast alle normalen Seiten die man als Europäer nutzt, gesperrt sind.

Telefonie/Navigation:
Wir haben uns über den Vermieter iranische SIMs besorgt, für die der arme Typ allerdings einen Heidenaufwand betreiben musste. Ob wir ohne diesen freundlichen Mann an SIM-Karten gekommen wären ist fraglich. Achtet darauf wenn möglich nicht die SIM-Karten der staatlichen Gesellschaft (hat so ein blaues Logo) zu kaufen, da damit VPN-Apps nicht bis kaum funktionieren. Google Offline Navigation hat auch irgendwie nicht funktioniert, wer also ein gescheites Navi oder ne Straßenkarte hat, der ist doch etwas im Vorteil...

Mehr fällt mir an praktischen Tipps erstmal nicht ein. Vllt kommt ja später nochmal was hoch^^

Abschließend möchte ich nochmal betonen, dass mich das Land wirklich überrascht hat. Ich bin grade in Punkto Freundlichkeit der Leute, mit sehr großen Erwartungen in das Land eingereist. Aber wie es dann tatsächlich war, hat das nochmal getoppt. Einfach völlig irre wie herzlich die Leute einen aufnehmen, behandeln und beschenken. Ich hätte gerne immer etwas zurück geschenkt, aber leider hatte ich nichts dabei. Daher blieb es meistens bei freundlichen Worten und Gesten. Ist schwierig zu beschreiben und sollte man einfach mal erlebt haben, bevor der Massentourismus dort ankommt! Für mich hat sich der Besuch dort unglaublich gelohnt und ich werde definitiv nochmal dorthin zurückehren. Wenn auch wohl nicht auf eigener Achse...

Bis zum nächsten Beitrag und nun noch ein paar Bilder:-)



DSC02045.JPG
 Beschreibung:
Der Bergpass 59
 Dateigröße:  223.85 KB
 Angeschaut:  14 mal

DSC02045.JPG



20181003_114334.jpg
 Beschreibung:
Alte Ruinen und ein kleiner tapferer Chopper
 Dateigröße:  270.67 KB
 Angeschaut:  14 mal

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 Beschreibung:
Das schönste Mopped!
 Dateigröße:  156.67 KB
 Angeschaut:  16 mal

20181007_115334.jpg



20180930_165412.jpg
 Beschreibung:
Der Sonne entgegen
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20180930_165412.jpg


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Bademeister02Offline
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BeitragVerfasst am : Mo, 11. März 2019, 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Noch ein paar weniger motorradbezogene Bilder...


20181001_092952.jpg
 Beschreibung:
Restaurant in Abyaneh
 Dateigröße:  405.99 KB
 Angeschaut:  14 mal

20181001_092952.jpg



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 Beschreibung:
Die blaue Moschee in Isfahan
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20181002_153342.jpg
 Beschreibung:
Der Naqsch-e-Dschahan Platz in Isfahan.
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 Angeschaut:  12 mal

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20181004_140247.jpg
 Beschreibung:
Basar in Shiraz
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20181005_202240.jpg
 Beschreibung:
Yazd at night
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20181011_133539.jpg
 Beschreibung:
Die Heimat ruft...
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BeitragVerfasst am : Di, 12. März 2019, 9:33    Titel: Antworten mit Zitat

Schöner Bericht und die Bilder wub
Bademeister!

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Bademeister02Offline
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BeitragVerfasst am : Di, 30. Apr 2019, 15:06    Titel: Antworten mit Zitat

Türkei - das Land der guten Straßen

Am Grenzübergang Gürbulak hieß es für mich dann "auf Wiedersehen Iran" und "Willkommen in der Türkei"! Nachdem alles organisatorische durch meinen iranischen Fixer geregelt worden war (Kostenpunkt umgerechnet 20€) ging für mich das Tor auf und ich stand im türkischen Abfertigungsbereich. Andere Fahrzeuge waren nicht zu sehen, jedoch war der Personenverkehr (aus dem Iran in die Türkei) sehr stark. Zwischen den beiden Grenzgebäuden gab es eine Art vergitterten Verbindungsgang, durch den alle Leute die die Grenze zu Fuß passierten, hindurchgeschleust wurden. Kaum auf türkischer Seite angekommen, zogen fast alle Iraner ihre Jacken und Hosen aus, schälten Unmengen an den Körper geklebte Zigarettenpackungen von ihren Körpern und lachten sich einen ab. Und alles noch in Sichtweite der iranischen Grenzer Laughing Mir wurden durch den Zaun hindurch auch lachend welche angeboten, was ich aber dankend ablehnte. Bei einem Bier hätte ich jedoch nach 1,5 Wochen Iran nicht nein gesagt^^

Der türkische Abfertigungsbereich für Fahrzeuge war sehr klein gehalten und auch äußerst spärlich mit Personal besetzt. Ein gelangweilter Beamter kontrollierte meine Fahrzeugpapiere und fragte mich dann nach einer gültigen Versicherung für die Kati. Premiere auf diesem Trip! Hier gab es dann ein Problem, da meine Versicherung nur den europäischen und nicht den asiatischen Teil der Türkei umfasst. In diesem Wissen verneinte ich die Frage nach der Versicherung vorerst und wurde dann vom Grenzer zu einem Büro geschickt um dort eine Versicherung zu erwerben. Der Typ dort hatte aber leider einen Komplettausfall der Internetleitung und konnte deswegen keine Versicherung ausstellen. Da ich wenig Vertrauen in die Zügigkeit türkischer Telekommunikationstechnicker hatte, bin ich dann mit meiner grünen Versicherungskarte zum Grenzbeamten zurück und hab dort auf den Eintrag "Türkei" gezeigt. Stand ja keine Einschränkung dahinter^^ Das hat ihm dann auch zum Glück gereicht und nach einer kurzen Passkontrolle durch zwei Jungs die wohl kaum älter als 20 waren und währenddessen Youtubevideos schauten, ging es für mich in Richtung letztem Wachhäuschen. Da musste dann der obligatorische Laufzettel abgegeben werden, während mir einer der Soldaten freundlich aber bestimmt mit der MP5 vor der Nase herumwedelte und dann war die Grenze für mich auch schon erledigt! Iranische und türkische Grenze hatten insgesamt vielleicht eine Stunde gedauert. So wünscht man sich das!

Mein weiterer Weg führte mich dann in zwei Tagesetappen an Erzurum und Bayburt vorbei in die alte Küstenstadt Trabzon! Diese Etappe war aufgrund des Verlaufs durch die türkischen Kurdengebiete äußerst spannend. Auf dem Stück zwischen der Grenze und Erzurum bin ich bestimmt 20 mal durch Checkpoints der türkischen Armee gefahren. Jeder dieser Checkpoints bestand aus einem schwer befestigten Lager mit Straßensperren, Sandsäcken, MG-Nestern und Schützenpanzern. Tolles Gefühl vom Mopped in eine dicke Schnellfeuerkanone zu schauen...Zum Glück wurde ich nicht allzu oft angehalten, sondern meistens durchgewunken. Die Kontrollen selbst verliefen ruhig, höflich und meist nach dem Schema "Wo kommen Sie her? Wo wollen Sie hin? Seien Sie vorsichtig. Gute Fahrt". Bei den ganzen Einschusslöchern die die Mauern der Lager aufwiesen, hätte ich eigentlich mit einer ruppigeren Behandlung gerechnet. Aber da hilft wohl der Fakt, dass ich auf einem europäischen Motorrad unterwegs war und eindeutig nicht kurdischer Herkunft bin^^ Die ganze Szenerie erschien mir jedoch irgendwie unwirklich nachdem ich grade frisch aus dem Iran gekommen war (wo ich sowas eher erwartet hätte).
Ansonsten war die Route nach Trabzon von fantastischen Straßen, Ausblicken und Kurven geprägt. Man merkt, dass Meister Erdogan überall im Land Infrastruktur bauen lässt... Gerade die kleine D915 von Bayburt zur Küste war einfach nur der Hammer! Über die sehr ansehnliche kleine Hafenstadt Trabzon bin ich dann immer an der Küste entlang nach Samsun gefahren und habe auch dort normal übernachtet. Da der Ölverlust der Kati immer größer wurde wollte ich jedoch unbedingt nach Istanbul in die Werkstatt und beschloss keine großen Umwege mehr zu fahren. Daher ging es erstmal wieder ins Inland und von dort nur noch einmal nach Zonguldak an die Schwarzmeerküste zurück um dort am Strand zu campen. Geniale Sache, die nur leider durch Unmengen an Müll etwas an Charme einbußen musste. Ich bin dann schlussendlich im fantastischen Istanbul angekommen, hab die Kati beim örtlichen KTM-Laden geparkt und mich auf Erkundungstour durch diese grandiose Stadt begeben. Zwei Tage später war das Mopped "fertig" und ich konnte mich über Edirne zum Grenzübergang Kapitan Andreewo begeben. Der Grenzübertritt verlief äußerst zügig und unkompliziert und zum ersten Mal seit 6 Wochen betrat ich wieder EU-Boden. Was für ein Gefühl!

Zu den praktischen Sachen:

- Geldversorgung ohne Probleme über Automaten möglich. Kartenzahlung
ist weit verbreitet.
- Unterkunftsbuchung über Booking funktioniert nicht (VPN-App aus dem Iran hilft...)
- Tankstellennetz ist absolut ausreichend und schlechten Sprit gabs nirgendwo
- Sprachlich hat die Mischung aus Englisch und Deutsch immer weitergeholfen. Falls mal jemand garnichts versteht wird jemand der deutsch spricht rantelefoniert!
- Schwarzmeerküste ist wirklich zu empfehlen. Hammer Straßen, weniger Touristen als im Süden und auch nicht so warm^^
- die KTM-Bude in Istanbul kann man sich jedoch sparen wenn man mehr als nen Ölwechsel machen möchte. Ich hab den Jungs vor Ort ganz klar erzählt was ich für ein Problem hab (Dichtring der Generatorwelle) und ihnen sogar das benötigte Ersatzteil in die Hand gedrückt. Im Endeffekt haben sie das Öl gewechselt und ne Motorwäsche gemacht. Das wars...

Im Nachgang betrachtet war die Türkei wohl das Land zu dem ich die geringsten Erwartungen hatte. Ich wolle eigentlich nur Istanbul sehen und mehr hatte ich da eigentlich nicht vor. Aber nach den 6 Tagen die ich im Land verbracht hab, wurde klar, dass ich da auf jeden Fall nochmal mit dem Motorrad hin muss. Geniale Straßen, günstige Preise, uralte und sehenswerte Städte, wirklich freundliche Menschen...Es hat wirklich gut gepasst! Spätestens wenn die Leute dein deutsches Kennzeichen gesehen haben, war immer die Hölle los...Jeder hatte mal in Deutschland gearbeitet, kennt jemanden in Deutschland oder war grade selbst auf Heimaturlaub! Das war schon wirklich lustig^^

Zum weiteren Rückweg über Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Tschechien schreibe ich jetzt mal nichts. Da ging es wirklich nur ums Kilometerfressen, weil ich zügig wieder auf Arbeit musste! Für die Strecke Istanbul-Berlin hatte ich 3 Tage Zeit. Da blieb keine Gelegenheit für Ausflüge...

Das wars dann zur Türkei. Zum Abschluss noch ein paar Bilder:



DSC02138.JPG
 Beschreibung:
Der Berg Ararat
 Dateigröße:  214.86 KB
 Angeschaut:  18 mal

DSC02138.JPG



DSC02155.JPG
 Beschreibung:
Zelten am Strand
 Dateigröße:  167.85 KB
 Angeschaut:  8 mal

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 Beschreibung:
So harmlos trat die türkische Polizei nich immer auf!
 Dateigröße:  240.16 KB
 Angeschaut:  11 mal

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20181012_142402.jpg
 Beschreibung:
Geile Straßen
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 Angeschaut:  13 mal

20181012_142402.jpg


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BeitragVerfasst am : Di, 30. Apr 2019, 16:24    Titel: Antworten mit Zitat

Fazit der Tour und Abschluss des Berichts

Wenn ich dann jetzt schonmal dabei bin, kann ich auch gleich den letzten Beitrag schreiben!

Wie im Eingangspost beschrieben musste ich die Tour unterwegs ein wenig anpassen! Einerseits aufgrund der vor Ort angetroffenen Umstände (Turkmenistan), andererseits aufgrund der generellen Zeitknappheit. Während Ersteres auf solch einer Reise wohl unvermeidbar ist und ja auch zu coolen neuen Erlebnissen führen kann, hat mich der zweite Punkt unterwegs doch schon sehr genervt. Insgesamt hab ich in 6,5 Wochen über 15.000km unter die Räder genommen (die Fährfahrt natürlich nicht mitgerechnet) und das war im Nachhinein einfach zuviel. Nicht weil es zu anstrengend war, sondern weil ich einfach zu viel verpasst hab und ständig ein latentes Stressgefühl (ich muss weiter sonst...) mitgefahren ist. In der Ukraine blieb keine Zeit um sich Lemberg anzusehen oder mal nach Odessa zu fahren. In Russland wollte ich eigentlich auf kleinen Straßen immer an der Wolga entlang und im Wolgadelta mal auf geführte Angeltour gehen. War auch keine Zeit dafür. In Kasachstan gibts jetzt im Westen nicht allzu viel, drum hab ich auch nicht das Gefühl groß was verpasst zu haben. Aber dafür hätte ich im Iran gern viel mehr Zeit gehabt. Türkei genauso. Armenien und Georgen haben überhaupt nicht geklappt und meine Route an der Adriaküste entlang musste ich mir auch sparen. Alles Möglichkeiten, die wohl nicht mehr so schnell wiederkommen und das ärgert einen schon!
Andererseits muss man sich als arbeitender Mensch wohl glücklich schätzen 7 Wochen Urlaub am Stück zu bekommen um so eine Tour überhaupt machen zu können. Trotzdem beschäftigt einen sowas im Nachgang wacko
Ich denke mittlerweile das der ideale Zeitrahmen für diese Tour etwa 3 Monate gewesen wären. Dann hätte man unterwegs etwas mehr Zeit für ausführlichere Touren in den Ländern gehabt und die Ausflüge nach Georgien/Armenien und an die Adria wären noch drin gewesen. Aber wer bekommt schon soviel frei ohne zu kündigen...

Zu den Ländern selbst muss ich nicht viel mehr sagen denke ich. Wer schonmal weitab der Touristenströme gereist ist, der weiß, dass dort meistens die freundlichsten Menschen wohnen! Es gab kein Land das mich enttäuscht hat (außer vllt Turkmenistan weil ich nicht reingekommen bin^^) und ich würde alle auch nochmal bereisen!

Sonst ist die Tour tatsächlich ohne größere Probleme oder Zwischenfälle abgelaufen und ich muss auch ehrlich sagen, dass ich von der Zuverlässigkeit der Kati wirklich beeindruckt war! Hätte ich vorher mal an die Schwachstellen wie Benzinpumpe, Wasserpumpe und den Dichtring im Limadeckel gedacht, hätte es gar keine Probleme mit der Mechanik gegeben! Zu meiner Ehrrettung muss ich aber sagen, dass mein Mechaniker eigentlich den Dichtring und die Wasserpumpe vor der Reise erneuern sollte. Hat er aber wohl nicht gemacht...Nunja jetzt hat er einen Kunden weniger!
Das dieses ja mittlerweile schon 16 Jahre altes Mopped diese ganze Strecke, trotz Öl und Kühlwasserverlust durchgehalten hat erstaunt mich wirklich. Immerhin hat die Gute ja nun (mit der Islandtour einberechnet) 23.000 km mit schwerer Beladung und über Stock und Stein überstanden. Und alles ohne wirklich schwerwiegende Panne. Da kann man tatsächlich nur den Hut vor KTM ziehen und sich über dieses geniale Stück Technik freuen.

Insgesamt bin ich also wirklich froh die Tour gemacht und überstanden zu haben! Mal sehen was als nächstes kommt Cool

So und nu hör ich mal auf mit der Schreiberei! Wenn ihr noch Fragen habt oder noch mehr Bilder sehen wollt, dann sagt Bescheid. Ansonsten nochmal vielen Dank an alle die sich mein Geseier durchgelesen haben und hier was geschrieben haben!

Bis zum nächsten Mal Smile
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OstMarkusOffline
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BeitragVerfasst am : Di, 30. Apr 2019, 17:24    Titel: Antworten mit Zitat

toller Bericht und tolle Tour!
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donquijoteOffline
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BeitragVerfasst am : Di, 30. Apr 2019, 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Very Happy
Danke für Deinen tollen Bericht wub

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BeitragVerfasst am : Di, 30. Apr 2019, 18:46    Titel: Antworten mit Zitat

meine frage wäre da bezüglich wetter hast dazu noch ein paar erinnerungen und von wann bis wann warst du jetzt genau?
danke und lg

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boguOffline
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BeitragVerfasst am : Di, 30. Apr 2019, 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Die Dame hier

https://www.youtube.com/channel/UCEIs9nkveW9WmYtsOcJBwTg

ist momentan auch dort unten unterwegs, sind recht schöne Aufnahmen und die Holländerin ist immer gut gelaunt, macht das alleine und das ohne Schrauberfähigkeiten mit einer Enfield blink

Recht interessant sind immer die Grenzwechsel und Formalitäten, da kommt mir Daheimgebliebener immer das Schmunzeln, eilig sollte man es definitiv nicht haben aber die Erfahrung hast Du ja selber gemacht.
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Bademeister02Offline
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BeitragVerfasst am : Mi, 1. Mai 2019, 2:33    Titel: Antworten mit Zitat

v2lover @ Di, 30. Apr 2019, 18:46 hat folgendes geschrieben:
meine frage wäre da bezüglich wetter hast dazu noch ein paar erinnerungen und von wann bis wann warst du jetzt genau?
danke und lg


Ich bin Anfang September losgefahren und am 19.10 wieder in berlin angekommen. Im Iran war ich im Zeitraum 28.09-10.10. Maßgeblich für meine Zeitplanung war tatsächlich das Wetter! Ich wollte nich im Sommer im Iran bei 50 Grad kochen, mir aber auch nich auf dem Hinweg durch Russland und dem Rückweg durch den Balkan, den Arsch abfrieren. Hat im Endeffekt gut geklappt muss ich sagen. ANfang September in der Ukraine und Russland hat sehr gut gepasst und mir viel trockenes Wetter beschert. Kasachstan und co war dann sowieso kein Problem! Im Iran war es Anfang Oktober teilweise immernoch warm (40grad teilweise), aber auszuhalten! Nachts ist es dann tatsächlich auch ziemlich abgekühlt, was ich nicht erwartet hatte... Die Osttürkei war aufgrund der Höhenlage relativ frisch (aber trocken), an der Schwarzmeerküste und Istanbul hatte ich dann aber sehr mildes und angenehmes Wetter. Der Rückweg durch den Balkan im Oktober war dann schon teilweise ungemütlich, aber dank Griffheizung noch ohne Probleme machbar!
Allles in Allem hat meine Planung also ganz gut hingehauen:)

@bogu: danke für den Link! Dann werde ich mal reinschauen und in Erinnerungen schwelgen:)
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BeitragVerfasst am : Mi, 1. Mai 2019, 8:58    Titel: Antworten mit Zitat

@bademeister02
danke für die beantwortung und werde es in eine eventuelle planung mit einfliessen lassen Mr. Green Mr. Green
lg und noch schönes schwelgen Smile Smile Smile

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