forum.LC8.info Foren-Übersicht  
FAQFAQ Knowledge BaseKnowledge Base SuchenSuchen KarteKarte KalenderKalender FotoalbumFotoalbum RegistrierenRegistrieren ProfilProfil LoginLogin

Bosnia Rallye 2019
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen     forum.LC8.info Foren-Übersicht -> Motorrad - Wettbewerbe Beiträge der letzten 24h (nach Forum sortiert)
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
matt-FXDOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 13.01.2010
Beiträge insgesamt: 171
KTM LC8 Adv 950, 2004
LC8 1190R Adventure
 →  13.000 km

BeitragVerfasst am : Do, 8. Aug 2019, 15:41    Titel: Bosnia Rallye 2019 Antworten mit Zitat

...und so ging es los:

Donnerstag, 18.07.2019
gegen 17Uhr, Anruf von Walter:
Walter: sind wir zu früh?
Schlunzke: Hallo Walter, was meinst du?
Walter: Wir sind einen Tag zu früh!
Schlunzke: Für was?
Walter: Die Rallye beginnt erst am Montag, wir reisen aber schon Samstag an. Technische Abnahme ist erst am Sonntag. Wir sind zu früh!


Zu diesem Zeitpunkt befanbd ich mich auf dem Weg vom Reifenhändler zu mir nach Haus. Luftlinie ca. 2km und ich habe mich gleich mal Verfahren....auf der Stadtautobahn in Berlin. Zu früh? Kann nicht sein!
Schlunzke: Walter, ich muss das prüfen. Ich meld mich.

Nachdem ich es geprüft hatte, hatte Walter natürlich recht. Warum auch immer, wir waren einen Tag zu früh dran. Na was solls?!? Dann eben einen Nacht dazu buchen und es entspannt angehen lassen.

Weiter gings, den Radsatz mit den neuen Reifen montiert und den rest packen. Natürlich habe ich mich gründlich auf die Bosnien Rallye vorbereitet und genau aus diesem Punkt wurden die neuen Mäntel so spät wie möglich online bestellt. Das sorgte für einen ordentlichen Adrenalinschub, als die Mäntel und Ersatzschläuche auch 2 Tage vor Abfahrt nicht geliefert worden. Jetzt muss Plan B her. 2. Händler, analog, kontaktiert. Am Ende hatte ich auf dem letzten Pfiff 1 Satz Metzeler MC360 MST, Mid Hard Terrain auf den Felgen und einen Satz als Reserve plus Ersatzschläuche. Da es mich jedoch vor einem Reifenwechsel in der bosnischen Pampa extrem graute, hatte ich beschlossen keinen Platten zu bekommen.

Freitag, 19.07.2019

Hänger von der Leihstation abgeholt, Auto bepackt, Bike aufgeladen...es kann losgehen. Knapp 450km von Berlin nach Bad Hersfeld. Zu Walter und seiner Familie.

Ankunft gegen 19Uhr. Dann noch Walters LC8 und Walters Krempel ca. 2h verladen, mit Nachbarn geblödelt und dann ab zur Chefin. Noch schnell was essen. Danke für das lecker Met-Chili.

Und dann ging es zeitig ins Bett. Ich hatte das schönste Zimmer in ganz Bad Hersfeld!

Samstag, 20.07.2019

4:30Uhr...der Wecker und ich werden in diesem leben keine Freunde mehr. Ich versuche aufzustehen und mich zu sammeln. Wo bin ich? Was machen die vielen Fische hier...wo ist Nemo???

Achso, es geht ja los. Autopilot einschalten, ab ins Bad, Zähne putzen & Co.

Gegen 5:15Uhr gings los. Die Kiste ist ordentlich bepackt. Alle Gurte noch einmal gescheckt. Walter übernimmt die ersten km.
Walter: wir haben was vergessen!
Schlunzke: was denn?
Walter: keine Ahnung, ist so ein Gefühl.
Schlunzke: hmmmm, kenn ich. Ich fand auch das alles ziemlich gut geklappt hat. Das macht mißtrausich.


Bei ca.: km 250, erster Stop. Gurte gescheckt, Kaffee tanken.
Walter, schlürft am Kaffee: hätte mich meine Freundin nicht im letzten Moment noch dran erinnert, ich hätte den Pass vergessen.
Schlunzke: wat fürn Pass?
Walter: na den Reisepass!
Schlunzke: Wat???
Walter: hast du keinen dabei?
Schlunzke: NEIN! Wieso standen denn bitte gefühlt 1000 Sorten und Größen von Kabelbindern auf der Packliste aber nicht der Pass?
Walter: gute Frage.
Schlunzke: grmmmufffffffffi


Kurz vor Regensburg, Gurte gescheckt, Kaffee getankt:
Schlunzke: ich habe gerade was beschlossen.
Walter: was denn?
Schlunzke: ich brauch keinen Pass!
Walter: interessante Strategie.
Schlunzke: ja, man muss das ganze A-zyklisch angehen und auch strategisch fahren. Werde ich auch bei der Rallye machen.
Walter: o.k....oha, da staut es sich.
Schlunzke: haben die im Radio gerade gesagt, dass heute in Bayern die Sommerferien beginnen?
Walter: klang so.
Schlunzke: gut das wir heute fahren.
Walter: A-zyklisch?
Schlunzke: ja. Damit rechnet niemand, dass wir unter die Ferienreisenden mischen. Taktik ist das halbe Rennen!


Der Rest ist schnell erzählt. Wir standen vor Regensburg im Stau, Gurte gescheckt, Kaffee getankt, vor Graz am Tunnel, Gurte gescheckt, Kaffee getankt und dann leif es bis zur Bosnischen Grenze reibungslos.

Der Übergang nach Bosnien allerdings war ätzend. Nur Gurte gescheckt, dann weiter gewartet. Keine Ahnung was oder ob die Kontrollieren. Wir haben an der Grenze zu Bosnien gut 45min verloren. Mein Pass war nicht gefragt. Nur die Papiere und grünen Versicherungskarten wollten die Grenzer sehen und dann hatten wir es geschafft.

Bis Banja Luka lief es dann auch ganz gut, noch einmal Gurte gescheckt. Wir hatten es nun schon nach 20Uhr und die Sonne wollte Feierabend machen. Aber nach Banja Luka geht es nur auf der Landstraße weiter, durch Schluchten und Spitzkehren. Der Bosnier liebt offenbar sich zu ziehende Kurven...ich nicht, schon garnicht mit einem Hänger am Auto.

Gegen 23Uhr hatten wir es denn geschafft. Wir waren im Hotel. Eingeparkt, Tasche geschnappt, im Zimmer eingecheckt. Noch schnell ein lauwarmes Bier, Kühlschränke gabs leider auf dem Zimmer nicht. Und dann ab ins Bett.

Anreise, geschafft! Wir sind jetzt müde und ab Morgen: Ready To Race![/u][/u]



03-A.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  87.39 KB
 Angeschaut:  808 mal

03-A.JPG



05.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  139.78 KB
 Angeschaut:  1 mal

05.JPG



04.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  308.04 KB
 Angeschaut:  1 mal

04.JPG



03.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  200.31 KB
 Angeschaut:  1 mal

03.JPG



02.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  188.96 KB
 Angeschaut:  3 mal

02.JPG



01.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  457.85 KB
 Angeschaut:  2 mal

01.JPG


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Website dieses Benutzers besuchen 
matt-FXDOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 13.01.2010
Beiträge insgesamt: 171
KTM LC8 Adv 950, 2004
LC8 1190R Adventure
 →  13.000 km

BeitragVerfasst am : Do, 8. Aug 2019, 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

da die Reihenfolge der Bilder nicht ganz geklappt hat, hier noch ei paar weitere Bilder von der Ankunft.

Bericht zu Fahrtag 01 folgt am WE. Grüße



06.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  312.64 KB
 Angeschaut:  3 mal

06.JPG



07.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  209.52 KB
 Angeschaut:  2 mal

07.JPG



IMG_1732.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  154.51 KB
 Angeschaut:  1 mal

IMG_1732.JPG


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Website dieses Benutzers besuchen 
AtzimuthOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 06.07.2008
Beiträge insgesamt: 1388
KTM LC8 Adv 950 S, 2004
 →  100.000 km
Husaberg TE 300, 2012
Stihl MS 260 :)
 →  30.000 km

BeitragVerfasst am : Fr, 9. Aug 2019, 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

Freut mich hier mal einen Bericht zu lesen und habe mich spätestens seit dem Anti-zyklisch weggeschmissen Laughing Laughing
Habe Euch beide ja schon verfolgt während Eurem Abenteuer.
Freue mich auf eine Abendlektüre.

Grüße
Atze
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen 
friedrichOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 05.12.2006
Beiträge insgesamt: 970
KTM LC8 Adv 990, 2006
 →  70.000 km
Husky 701 Omega
 →  2.000 km

BeitragVerfasst am : Fr, 9. Aug 2019, 23:05    Titel: Antworten mit Zitat

Matt, wir warten wie es weitergeht Very Happy Very Happy
_________________
Cool Cool Cool Friedrich
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen 
matt-FXDOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 13.01.2010
Beiträge insgesamt: 171
KTM LC8 Adv 950, 2004
LC8 1190R Adventure
 →  13.000 km

BeitragVerfasst am : Sa, 10. Aug 2019, 23:27    Titel: Bosnien Rallye 2019 - Tag 02 Antworten mit Zitat

Sonntag, 21.07.2019, 8:30Uhr

Schlunzke: Moin Walter, bist du wach?
Walter: ggrrrrmmmmmmmph!
Schlunzke: ist das ein ja?
Walter: mmmmmmmmmmm
Schlunzke: ich glaub die Sonne scheint.
Walter: uuummmmmmmmph...mir egal.


Ich bin ja auch ein Morgenmuffel, aber Walter scheint mit wenig Schlaf noch schlechter umgehen zu können als ich, oder: sein Motherbord fährt noch langsamer hoch als meines. Gut für mich, ich darf zu erst ins Bad. Beim Zähneputzen denke ich: „wir müssen uns ein anderes Zimmer geben lassen, scheinbar zieht der Zigarettenrauch der Raucherinsel genau in unser Zimmer“. Das machen ich gleich nach dem Frühstück.

Der Rest des Morgens ist schnell erzählt. Das Hotel hat 4 bosnische Sterne. Es ist sauber, die Bettmatratzen nicht durchgelegen sondern angenehm hart aber leider haben die Zimmer keinen Kühlschrank. Das ist aber auch nicht so wichtig weil, wer sich hier Bier selbst mitbringt, ist schön doof! Wussten wir nicht, Walter hat regionale Spezialitäten mitgeschleppt... a-zyklisch habe ich den Focus schnell auf das heimische Pivo gelegt. Trinkste local Pivo fährste vielleicht auch so furchtlos wie die locals...gewagte Theorie, mir schon klar. Temperatur und Preis des örtlichen Bieres sind perfekt. Bosnisches Faßbier: 1, hessisches Dosenbier lauwarm: 0.

Aber zurück zum Frühstück.

Wir wurden herzlich vom Kellner empfangen. Der sah so aus als hätte er mit uns die Anreise aus Bad Hersfeld gemacht. 3 Tage-Bart, weißes Hemd und eine gewisse robuste Freundlichkeit....und nicht zu vergessen, ganz wichtig auch in Deutschland: ein etwas desinteressierter Gesichtsausdruck. Kundschaft? Bitte nicht in meiner Schicht!

Kellner: Breakfast?
Wir: Yes!
Kellner: Coffee?
Wir: Yes!
Kellner: with Milk?
Wir: Yes!


Wenn die restliche Rallye auch so easy läuft melde ich mich sofort bei der kommenden Dakar an.

Der Kaffee war, rückblickend betrachtet, der Beste der gesamten Woche im Hotel. Was die nächsten Tage als Kaffe serviert wurde, erinnerte mich an meine Kindeheit in der DDR. Da konnte ich in den Gesichtsausdrücken meiner Westverwandschaft eine Entäuschung und auch einen Horrer bei örtlichen HO-restaurant Kaffegenuß lesen, das ich dachte die müssten Gift trinken.

Also, Frühstück war gut. Keine Beanstandungen. Aber wieso raucht der Kellner im Restaurant? Andere Länder, andere Sitten.

Später stellte ich fest, dass man in Bosnien überall, in Worten: ÜBERALL!, im Hotel rauchen kann. Ich glaub der Koch raucht da auch bei der Arbeit, rauchen fetzt eben noch im Ostblock. Damit konnte ich mir dann den Zimmerwechsel in meine nicht vorhandenen Haare schmieren. Was sollte ich denn der Rezeption sagen? Etwa: I want to change our room.
Rezeption: why? Ich: because, everywhere in the room is a smell from cigarettes.
Rezeption: and?
Ich: f*** you!


Nein, das wäre unhöfflich. So schlimm wird es schon nicht werden.

Nach dem Frühstück haben wir unser Fahrerlager aufgebaut, wir waren ja mit die Ersten. Nach gut 2,5h waren wir ready to race aber leider immernoch einen Tag zu früh.

Das führt dazu, dass man die Bikes noch einmal in Ruhe warten kann und Neuankömlinge in Ruhe ins Klassement einordnet. Da eine alte BMW-HPN, so gepflegt wie die ist. fährt der nur Straße...kein Gegner für uns. Oha, rechts von unserem Lager baut sich eine 690R in Rallye -Optik auf. Das Bike wow, der Fahrer?!? Sandalen, Boxershorts und gut Anfang 50...wieder kein Gegner für uns.

Im Laufe des Tages rollten mehr und mehr Fahrer an. Überwiegend 1 Zylindermaschinen, die sahen schon ziemlich professionel aus. Die machen das nicht zum ersten mal.

Noch einmal ums Bike geschlichen. Mein Vorderrad hat etwas geschliffen. Darum noch einmal Vorderrad raus, Bremsbacken gelöst. Rad gedreht, Bremsen gezogen und Bremsen und Achse fixiert. Schleift nicht mehr. Good work!
Walter: wasn das?
Schlunzke: was?
Walter: an deinem Vorderrad.
Schlunzke: ja, hab nur grob drüber geputzt.
Walter: nein, da fehlt doch die Distanzbuchse.
Schlunzke: die ist doch auf der anderen Seite.
Walter: du brauchst aber 2, hast nur eine?
Schlunzke: ja
....hier wurde mir bewusst dass ich ggf. neben meinem Pass noch eine andere Wichtigkeit in der Hektik des Mantelkaufs und Mantelaufziehens in Berlin vergessen hatte. Die zweite Distanzbuchse der Vorderradachse.
Walter: das ist aber komisch. Das Rad hat Spiel.
Schlunzke: ach, das geht schon
...innerlich brach ein Welt zusammen. Ist die Rallye vorbei, bevor sie begonnen hat??? So eine Buchse hat doch niemand als Ersatz dabei. Verdammter Mist!!!...aber gut dass ich noch einen kompletten neuen Satz Bremsbeläge eingepackt habe, ich Vollpfosten!
Walter: naja, irgendwie wird es gehen.

Das aus Walter zu hören war schon komisch. Walter ist eher der Typ Uhrmacher unter den Fahrern. Er hat neben gefühlt 5 Arten Kabelbindern und Isolierbändern auch Lötkolben und ausreichend Elektrokabelsalat dabei.

Aber was willste machen? Klar, ne Probefahrt!

Also rauf auf die Böcke und hinein in die bosnischen Felder. Feldwege heizen. Wir sind eingetaucht in die Feldwege um Kupres. Ich dachte so bei mir: geil, die grünen Wiesen und diese Lila Feldblumen. Hatte mal in einer Doku gesehen, das man an einer Häufung von bestimten Feldblumen erkennen kann, wieviel Munitionsreste im Boden sind.

Das Gehirn ist schon so eine komische Sache. Solche Gedanken kommen wir wann? Nicht bevor ich in einem ehemaligen Kriegsgebiet einfach mal Abseits der Hauptwege in die Umgebung fahre, nein! Diese Gedanken kommen erst: wenn man tief in der Scheiße sitzt...in unserem Fall mitten im Feld. Danke Gehirn...das Timing ist erste Sahne. A-Zyklisch in den Schlamasel gefahren. Gut das ich mich auf dich so gut verlassen kann. Als ob die Nummer mit dem Pass und der vergessenen 2. Distanzbuchse nicht schon suboptimal gelaufen wären, jetzt noch das hier! Walter bremst...ich rolle an Walters Seite.

Walter: sag mal, weißt du was mir gerade durch den Kopf gegangen ist?
Schlunzke: nö, was? Unschuldiges Gesicht unterm Helm.
Walter: Mienenfelder, hier war doch mal Krieg.
Schlunzke: interessanter Gedanke. Und nu?
Walter: wir fahren weiter, da vorn geht’s auf die Straße.
Schlunzke:sicher?
Walter: nö.
Schlunzke: lieber umdrehen?
Walter: auch nö. Wird schon.


Circa 20min später sind wir in Kupres und ziehen ein paar Marka aus dem Bankomaten, nachdem Walter an einem der örtlichen Cafes nach einem Bankautomaten gefragt hat. Mit Händen und Füßen wird dir hier geholfen. Wunderbar.

Weitere 10min später sitzen wir im Cafe Bambi und genießen das Schattenplätzchen. Die hübschen Mädels sitzen im Nachbarcafe. Das habe ich zu verantworten. Entweder mit Stil in einem gemütlichen Laden sitzen oder bei den Girls in einem nicht so schönen Cafe sitzen. Ich kann nur sagen/schreiben: wir hatten einen sehr schönen Schattenplatz in einem der ältesten Cafes im Ort. Und der Cappuchino war lecker. Die Mädels haben aber im Nachbarcafe gesessen...Walter, was kann ich dafür wenn die Ambiente nicht zu schätzen wissen?

Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Im Fahrerlager noch schnell das Roadbookequipment auf das Bike geschnallt und im Hotel zu Abend gegessen. Man könnte sagen, der Bosnier ernährt sich gerne von Fleisch. Voll lecker!!!

Danach noch einmal ins Fahrerlager und mit den Nachbarn ein Dosenbier geext. Auch lecker und lustig. Roland, der 50er mit der Rallye 690R, hat an jedem Tag die Kuh auf der Strecke fliegen lassen, zusammen mit Thomas aus München auf einer EXC Six Days und Torsten auf der Beta hat es gemütlich angehen lassen. Auf jeden Fall waren unsere Nachbarn voll auf Wellenlänge und hatten mindestens den gleichen Humor wie wir...jedenfalls hat niemand so laut gelacht wie wir an diesem Abend im Fahrerlager.

Tag 02 ging feucht fröhlich zu Ende und der Start der Rallye rückte näher...so langsam wurde ich nervös.



Leute: einige der Bilder sind von der Facebookseite der Bosnien Rallye. Schaut doch mal darauf wenn hier einen FB Account habt und lasst den Jungs einen Daumen da. Haben Sie sich verdient.[/u]



IMG_1723.JPG
 Beschreibung:
Spüren des Krieges, direkt hinter dem Hotel
 Dateigröße:  574.14 KB
 Angeschaut:  5 mal

IMG_1723.JPG



IMG_1742.JPG
 Beschreibung:
Fahrerlager 01
 Dateigröße:  382 KB
 Angeschaut:  1 mal

IMG_1742.JPG



IMG_1744 Kopie.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  463.91 KB
 Angeschaut:  2 mal

IMG_1744 Kopie.jpg



Bildschirmfoto 2019-08-10 um 22.07.09.png
 Beschreibung:
das Hotel bei Kupres

Download
 Dateiname:  Bildschirmfoto 2019-08-10 um 22.07.09.png
 Dateigröße:  953.59 KB
 Heruntergeladen:  28 mal


Bildschirmfoto 2019-08-10 um 22.06.24.png
 Beschreibung:
das Fahrerlager von Oben

Download
 Dateiname:  Bildschirmfoto 2019-08-10 um 22.06.24.png
 Dateigröße:  988.11 KB
 Heruntergeladen:  28 mal


Bildschirmfoto 2019-08-10 um 22.06.56.png
 Beschreibung:
um Kupres

Download
 Dateiname:  Bildschirmfoto 2019-08-10 um 22.06.56.png
 Dateigröße:  970.08 KB
 Heruntergeladen:  26 mal

Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Website dieses Benutzers besuchen 
matt-FXDOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 13.01.2010
Beiträge insgesamt: 171
KTM LC8 Adv 950, 2004
LC8 1190R Adventure
 →  13.000 km

BeitragVerfasst am : Sa, 10. Aug 2019, 23:33    Titel: Antworten mit Zitat

Bilder zu Bericht 02


IMG_1763.JPG
 Beschreibung:
nach der techn. Abnahme
 Dateigröße:  360.39 KB
 Angeschaut:  4 mal

IMG_1763.JPG



IMG_1761.JPG
 Beschreibung:
nach der techn. Abnahme 02
 Dateigröße:  497.36 KB
 Angeschaut:  6 mal

IMG_1761.JPG



IMG_1755.JPG
 Beschreibung:
Grundnahrungsmittel
 Dateigröße:  283.21 KB
 Angeschaut:  2 mal

IMG_1755.JPG



IMG_1792.JPG
 Beschreibung:
langsam wird es ernst
 Dateigröße:  245.36 KB
 Angeschaut:  3 mal

IMG_1792.JPG


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Website dieses Benutzers besuchen 
matt-FXDOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 13.01.2010
Beiträge insgesamt: 171
KTM LC8 Adv 950, 2004
LC8 1190R Adventure
 →  13.000 km

BeitragVerfasst am : Di, 13. Aug 2019, 17:01    Titel: Antworten mit Zitat

Montag, 22.07.2019

im Grunde verlief der Tag ähnlich dem Vortag. Weitere Teilnehmer trafen im Fahrerlager ein und es füllte sich mehr und mehr der Platz.

Nach dem Frühstück ging es zur technischen Abnhame. Für die technische Abnahme waren 2 Dinge besonders überlebenswichtig: Spiegel und Hupe.

Das führte dazu, dass alle Teilnehmer vor der technischen Abnahme Ihre Rückspiegel anschraubten und nach bestandener Abnahme die Spiegel wieder abschraubten. Zudem musste jeder einmal auf die Hupe drücken....und so Hupte es den lieben langen Tag im Fahrerlager. Erstaunlich wie viele verscheidene Motorradhubtöne es gibt. Wusste ich vorher nicht.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Abnahme war der Tracker. Dieses Jahr wohl zum ersten mal im Einsatz. Es wurde kontrolliert ob es der Tracker auch tut und Strom anliegt. Er tat es, ich bekam ein Kreutz auf dem Pickerl auf der Frontmaske und niemand hatte meine fehlende Distanzmutter am Vorderrad bemerkt. Nur der Kenner hätte anhand meiner gequälten Hupe, welche sich mit dem Vorderrad gegen mich verbündet hatte, eine technische Unzureichenheit erhören können...hamse aber nisch.

Nach der technischen Abnahme ging es zum „Testkilometer“, hier muss man mehrmals 1000m abfahren und seinen Trippmaster möglichst genau abstimmen. Die Strecke ist mit 2 Schildchen markiert, an welchen man sich orientiert. Das machen einige Fahrer bis zur Verzweiflung. Andere machen es wie Walter.

Stefan Rösner (Mr. Bosnien Rallye und Cheforganisator) zu Walter: ...und, stimmt dein Tripmaster?
Walter: die ersten 4 Durchfahrten nicht so richtig. Besser wurde es als ich die Markierung an der Teststrecke verschoben habe, jetzt stimmt alles.
Stefan: bitte?
Walter, grinsend: war nur ein Scherz. Passt alles.
Stefan: deine Endtöpfe sind zu laut.
Walter:...wat?
Stefan grinsend: war kein Scherz.


Später noch eine weitere kleine Proberunde...und jetzt wurde es am Vorabend doch noch hektisch.

Das Hotel war jetzt gut gefüllt, fast alle Teilnehmern waren angereist und das Restaurant war gegen 17 Uhr schon ordentlich gut gefüllt. Warum? Weil 18:30Uhr das Roadbook und das Navigieren mit dem Roadbook vorgestellt wurde. Dieser Zeitplan hat den Koch rechts überholt, der kam nicht hinterher. Das Bier kam pünktlich durchs restaurant navigiert, das Essen leider nicht. Also kurzum der Kellnerin mit Händen und Füssen erklärt, dass wir in 2 Stunden essen und Sie zur Not die Fleischplatten warm halten soll. Nachdem auch der 6te Tisch diesen Wunsch äußerte, hatte Sie es geschnallt.

Ab zur Roadbook und Navigationsschulung. Um ehrlich zu sein hatte ich mir diesen Part irgendwie nicht so locker vorgestellt. Es wurden mal eben alle Roadbookzeichen an die Wand geworfen und erklärt: die meisten braucht ihr eh nicht. Haltet euch an Tripmaster und Wegbeschreibung in der Mitte des Roadbooks. Die Buchstaben...naja, das lernt ihr dann draußen...schluck! Was soll dass denn? Wird das ne Art suvival? Walter neben mir ist die Ruhe selbst. Jetzt noch schnell ein youtube-Roadbook-Navigationsvideo und mehr gabs nicht. Also, wir hatten dieses Jahr erschwerte Bedingungen bei der Schulung. Nach gut 2 Minuten des Videos war der Akku des Laptops am Ende. Schulung beendet.

Und dann gings zur Garminschulung.
Schlunzke: jetzt könnten wir schnell was essen gehen.
Walter: das ist die Garminschulung!
Schlunzke: ich habe aber kein Navi.
Walter: hast ein TomTom?
Schlunzke: nö, ich habe kein Navi...kein Navi. Ich fahr doch Roadbook.
Walter: und wenn du dich verfährst?
Schlunzke: good point. Meinst du man kann sich hier so verfransen?
Walter: naja, wir fahren morgen knapp 300km, da ist schon Verfransungspotential.
Schlunzke: ich hab Hunger.
Walter grinsend: und ich hab ein Garmin.
Schlunzte: deine Endtöpfe sind zu laut.


Das ich kein Navi hatte war schon doof. Aber ich hatte ja ein Handy und das Orgateam hat mir Nachmittags schnell die Tracks auf das Handy gespielt. Ist heute ja kein Hexenwerk mehr. Wenn auch etwas umständlicher. Somit hatte ich meinen Rettungsweg auf dem Handy aber immernoch Hunger. Und das war mein aktuelles und schwerstes Problem bei der Schulung. Dazu kommt, dass die Schulung echt unterirdisch war. Wenn ein Vortrag locker ist, ist das immer recht angenehm. Aber die Garminschulung verdiente diesen Namen nicht. Wenn der Referent alles improvisiert, kann das unterhaltsam und anregend zum zuhören sein. Oder es geht eben voll in die Hose. Was soll ich schreiben? Ich hatte meine Tracks auf dem Handy und hatte nach der Garminschulung nicht das Gefühl, dass ich dringend ein Garmingerät benötige.

Nach der Garminschulung war dann die Fahrerbesprechung. Zu aller erst wurden die örtlichen Helfer vorgestellt, gefolgt vom Rettungsteam und später hatte sich auch noch der Hoteldirektor für den überforderten Koch entschuldigt. Es wurde viel gelacht und am Hochpunkt der guten Laune, wurden die schweren Stellen im Roadbook besprochen. Auch hier dachte ich, es ist komplizierter. Aber selbst ich als hungriger Anfänger konnte Folgen.

Mit 3 Roadbookrollen gings dann gegen 21:00Uhr zurück ins Restaurant. Schnell was gegessen und dann ab aufs Zimmer. Roadbook und Bettzeug mit Textmarker vollschmieren. 3 Roadbooks markieren: das zieht sich! Gegen 0:00Uhr waren wir fertig. Die Rallye hatte begonnen ohne das ich es bemerkt hatte. Wir befanden uns schon im Rallyestress. Nix mit erst einmal langsam losrollen. Du musst versuchen das Roadbook zügig zu markieren um möglichst viel Schlaf abzubekommen. Start wird am 1 Fahrtag 8Uhr sein. D.h.: bis dahin: Roadbook einbauen, Klamotten anziehen, Kacken, Frühstücken, Kiste warmlaufen lassen, Camelbag befüllen und und und. Schon beim einschlafen war ich in einem Stresslevel. Wir soll das Morgen nur alles werden?



Leute, einige der Bilder sind von der Facebookseite der Bosnien Rallye. Schaut doch mal darauf wenn hier einen FB Account habt und lasst den Jungs einen Daumen da. Haben Sie sich verdient.



IMG_1773.JPG
 Beschreibung:
das Fahrzeug der Medicals
 Dateigröße:  324.95 KB
 Angeschaut:  1 mal

IMG_1773.JPG



IMG_1790.JPG
 Beschreibung:
das Roadbook von Tag 01
 Dateigröße:  234.56 KB
 Angeschaut:  3 mal

IMG_1790.JPG



Vorstellung RB und Sponsoren.jpg
 Beschreibung:
Vorstellung Sponsoren und RB
 Dateigröße:  52.03 KB
 Angeschaut:  1 mal

Vorstellung RB und Sponsoren.jpg



RB Besprechung.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  89.97 KB
 Angeschaut:  3 mal

RB Besprechung.jpg



Medical.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  87.64 KB
 Angeschaut:  2 mal

Medical.jpg



technische Abnahme.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  101.07 KB
 Angeschaut:  2 mal

technische Abnahme.jpg


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Website dieses Benutzers besuchen 
matt-FXDOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 13.01.2010
Beiträge insgesamt: 171
KTM LC8 Adv 950, 2004
LC8 1190R Adventure
 →  13.000 km

BeitragVerfasst am : Di, 13. Aug 2019, 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

weitere Bilder zu Tag 03


IMG_1792.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  245.36 KB
 Angeschaut:  1 mal

IMG_1792.JPG



IMG_1802.JPG
 Beschreibung:
die Route
 Dateigröße:  129.29 KB
 Angeschaut:  1 mal

IMG_1802.JPG



IMG_1804.JPG
 Beschreibung:
kleine Änderungen im RB
 Dateigröße:  170.39 KB
 Angeschaut:  2 mal

IMG_1804.JPG



IMG_1812.JPG
 Beschreibung:
Gute Nacht!
 Dateigröße:  261.09 KB
 Angeschaut:  2 mal

IMG_1812.JPG


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Website dieses Benutzers besuchen 
matt-FXDOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 13.01.2010
Beiträge insgesamt: 171
KTM LC8 Adv 950, 2004
LC8 1190R Adventure
 →  13.000 km

BeitragVerfasst am : Do, 15. Aug 2019, 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Dienstag, 23.07.2019

klingelnder Wecker um 6Uhr

Schlunzke im „automatikbetrieb“ Aufstehen, überlegen wo ich bin und warum. Ab ins Bad und Klamotten anziehen. Das Roadbook muss „geladen“ werden.

Ich glaub gegen 6:30Uhr waren wir an den Bikes. Roadbook einbauen...da hatte ich schon meine erste Erschöpfung. Diese blöde Papierrolle will sich einfach nicht sauber einfädeln lassen. Zum Glück hatten wir die Roadbooks korrekt gerollt und konnten gleich mit dem Einfädeln beginnen. Einfädeln, dann festkleben an der Drehachse...wie soll das gehen mit normalen mitteleuropiäschen Fingern??? Das ist alles viel zu klein hier. Ich fluche in mich herein. Um mich herum konzentriertes Einrollen auf den anderen Bikes bzw. die Guten sind schon fertig und auf dem Weg zum Frühstück. Gut das unser Platz direkt am Weg aus dem Fahrerlager zum Hotelfrühstück liegt. Mit jedem weiteren Fahrer, der an mir vorbei zum Frühstück geht, werde ich nervöser. Innerlich außer mir drehte ich das Roadbook weiter ein. Ging dann ganz gut und nach gefühlt 3 Krämpfen in den Fingern, vom Aufrollen, war ich fertig. Sogar in der vorgesehenen Zeit vom 20min.. Erste Hürde schon mal genommen.
Walter: das musst du aber oben durchfädeln
Schlunzke: da ist kein Platz
Walter: doch, schau mal genau, da ist ein kleiner Schlitz. Das macht sich gleich am Anfang viel einfacher.
Schlunzke: grmmmufffffffffi


Ein bisschen Fummelei und Improviesieren und habe ich es dann doch noch korrekt eingebaut bekommen, ohne die Rolle wieder komplett abzuspulen.

Jetzt schnell zum Frühstück. Bis auf den Kaffee, Himmel war der mies, gab es keine Beanstandungen. Von allem war genug da. Sicher keine 5 Sterne Küche aber wir waren ja auch nicht zum Essen hier.

Jetzt schnell in die Klamotten und ab zum Start. HALT! Erst zum Gruppenfoto und dann zum Start. So ein Gruppenfoto in voller Montur und in der bosnischen Sommersonne...Peng! Sonnenbrand, erste Verletzung noch vor dem Start. Das wird ja heiter.

8:10Uhr, wir sitzen auf den Kisten. Grundsätzlich kann man ab 8Uhr starten wann man will. Aber wir wollten uns möglichst früh einreihen. Es standen knapp 300km als Einführungsetappe an, wer weis wie lange wir unterwegs sind.

Gegen 8:30Uhr waren wir dran. Ca. 100m vor dem Start bekommen wir die Zeitkarten, dann rollen wir zur Startlinie, Stefan zählt von 5 runter. 4...3....2....1 Bosnien Rallye, wir sind unterwegs!

Walter übernahm gleich die Führung in unserem 2 Mannteam. Nach 3km mussten wir bereits auf einen Ausweichtrack fahren. Empfehlung der Rallyeleitung. Big Twins mussten einen anderen Routeneinstieg nehmen. So ging es erst einmal auf Asphalt durch die Umgebung, bis Walter den Blinker setzte, links ab. Jetzt begann die Navigation. Hier zeigten sich schon einige verwirrt. Und irrten auf der Grasebene auf der Suche nach dem richtigen Track. Ich gebe zu, Walter fuhr vor und ich hinterher. Und dann waren wir am ersten Checkpoint. Ging doch. Die Orga lächelt und meinte noch, ja hier ist der Checkpoint. Also ein paar Meter da vorn, an der Kurve. Alles klar ruften wir ihm zu und ballerten weiter. Am Checkpoint ging es noch ein paar Hundert Meter gerade aus und dann mussten wir die nächste Kreuzung finden.

Und jetzt stimmte garnichts mehr. Nix passte! Die Bäume nicht in den korrekten Abständen und wieso ist hier ein Dorf, hier sollte nur ein Haus stehen.
Walter rufend: Scheiße wir sind falsch!
Schlunzke: kann nicht sein, wir waren doch am Checkpoint richtig und von da an gerade aus.


Wir irrten weiter durch das Dorf, kamen wieder am Schäfer vorbei...zum 2ten mal freundlich gegrüßt, zum 2ten mal hat er unseren Gruß erwidert. Wie oft wir uns wohl noch an diesem Tag sehen sollten?

Zurück am Checkpoint. Nun waren noch weitere Fahrer eingetroffen und irrten durch die Wiesen und Pfützen, kreisten und suchten den Weg. Uns ging es auch so. Bis mir was eingefallen ist, die Orga meinte doch...“ja, der checkpoint ist hier, also ganz genau dort kurz vor der kleinen Wiesenkreutzung“.

Der Strolch!

Schlunzke rufend: Walter, wir sind falsch und ich weis warum.
Walter rufend: hier muss es sein.
Schlunzke: nein, komm mal her.

Ich klärte Walter auf, wir müssen ganz hart dort am Checkpoint rechts ab. Nicht da wo die Orga das Auto hat. Der hat uns verladen.
Walter: f***

Und dann gings in einem guten Tempo weiter. Ich sollte recht behalten, wir hatten wieder den richtigen Track und weiter gings. Richtung Wald und Berge. Steile, geröllhaltige Anstiege wechselten die Graslandschaft ab und es wurde noch steiler. Walter mit guten Tempo weit vor mir. Ich hinterher. Und dann passierte es, in einer ausgewaschenen Wasserrinne...ZACK! Ich lag auf der Fresse. Was solls?!? Die hinter mir fahrenden gewarnt und weiter geht’s. 200Kg aufheben. Als die Käthe stand war ich schön ausgepowert. Auf diesen Frühsport verzichte ich ab Morgen.

Weiter gings, die Berge im Schotter rauf und auch wieder runter. ZACK! Jetzt hatte ich mal die Führung und in einer Kurve rutschte das Vorderrad weg. Voller Einschlag des Helmes in den Weg. Wow! Das war heftig, muss ich nicht noch einmal haben. Walter fuhr auf mich auf und half mir die Kiste anzuheben. In seinem Gesicht konnte ich skepsis lesen. Ob Schlunzke überhaupt die erste Etappe schafft? So sah sein Gesicht aus. Man, jetzt muss ich mich aber zusammen nehmen. Schon 2 Stürze am 1ten Tag.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter, tiefer in die Wälder. Und gegen Mittag wieder in eine Ortsachft zum Tanken. Dort waren auch schon andere Fahrer versammelt. Tanken, was Süßes, Camelbag auffüllen und einen Espresso. Kaffee können sie, voll lecker! Außer im Hotel beim Frühstück.

So, jetzt war ich wieder fit und kam langsam in ein Tempo und noch wichtiger in einer Selbstsicherheit. Es lief jetzt ganz gut. Langsam näherten wir uns dem See Busko Jezero. Das haben wir aber erst gemerkt als wir vielleicht 100m vom Steinstrand entfernt waren. Dort erwartete uns nämlich Stefan.

Stefan: da am Fels lang und dann übern Strand
Schlunzke: ja seh ich auf dem Roadbook aber Stefan, macht das Sinn, das wir mit den schweren Böcken über den Strand fahren?
Stefan zeigte auf meine KTM und sagte: doa stehts adventure drauf.


Verdammt, damit hat er uns. Also gut, dann über den Strand.

Walter und ich bogen dann fast gemeinsam auf den Strand, 2.Gang Hahn aufreißen und los. Ha!, und los...nix da. Ersteinmal vergräbt sich das Hinterrad im Strand und dann geht’s laaaaaangsam los. Jetzt keinen Zug rausnehmen. Man die Karre geht von links nach rechts. Hatte ich schon erwähnt, dass der Strand mit Badegästen belegt war? Welche Irre legt denn die Strecke über den Strand im Sommer? Antwort: Stefan von der Bosnien Rallye.

Zurück zur Stranddurchfahrt. Meine Kiste war also in einem Vortrieb aber die Richtung zu bestimmen war nicht ganz so einfach. Der Bock machte nur widerwillig was ich wollte. Und die Strandschönheit am Ende des Strandes wurde nun auch merklich nervös. Hatte ich doch Kurs auf die schwarzhaarige Schönheit genommen. Im letzten Moment gings aber links an Ihr vorbei in Richtung Wald. Rechts wäre der See gewesen. Also hatte ich wenig Alternativen. Am Waldrand angekommen dann eine kurze Pause. Ich habe sie nicht vergraben, man war ich happy. Aber der Kühler lief auf hochtouren. Erst einmal ein Päuschen und ein Schluck Wasser. Was für eine Strecke. Ob die dicken GS hier auch durch müssen? Die will ich nicht ausgraben.

Nach dem Strand gings es erneut durch den Wald, dann auf den Damm des Sees und noch einmal zum Tanken.

Danach wieder in den Wald und auf die Hochplateaus. Was für eine Aussicht, wunderschön! Auch wenn unsere Kisten ziemlich leiden mussten, gabs es keine weiteren Ausfälle. Wir kletterten immer Höher über Schotterpassagen und durch Wälder.

Wenn du oben bist, musst du auch wieder runter. Somit begann die gefühlt stundenlange Abfahrt. Und in jeder Kurve merkte ich das Gewicht der LC8, man da schiebt was! Und wenn sich das Vorderrad rutschend Grip sucht...dann bin ich Schweiß gebadet.

Wir kamen auf eine Lichtung und dann ging es den Skihang, unter dem Skilift, runter zum Hotel. Wow, wir waren wieder zurück. Am Ende des Hanges wurden wir von der Orga empfangen. Zeitkarte abgeben, kurz gequatscht wie es war und wer schon alles im Ziel ist und dann war die 1. Etappe gegen 16:30Uhr rum.

Im Fahrerlager angekommen habe ich erst einmal meinen Rucksack abgeworfen, man war der schwer, obwohl kein Wasser mehr in der Camelbag war. 5 Liter weggetrunken über den Tag. Wow! Jetzt die Kisten kurz inspeziert und Kette geölt. Dann wieder rauf auf die Kisten und schnell aufgetankt. Man munkelte im Fahrerlager, die nächste Etappe wäre lang.

Also getankt und zurück ins Camp. Kiste gewartet, Reifen geprüft, Roadbook ausgebaut und schnell Essen fassen. Es ist ja bald wieder Briefing.

So waren wir im Ziel angekommen bereits in der 2.Etappe. Bikes vorbereiten. Equipment prüfen und und und. Aber alles in bester Laune und mit einem leckeren Pivo. Ich hatte meine erste Rallyeetappe gefahren. Wow, sehr geil!!!

Richtig begriffen habe ich das aber erst gut 1 Woche später. Als ich began die Eindrücke zu verarbeiten.

Das ein oder andere Pivo schmeckte noch besser als eine Gruppe BMW-Fahrer, mit einem mir bekannten aber extrem unsympatischen Teilnehmer, das Lager nach 19Uhr erreichte. Ich hab nix gegen die BMW Treiber, denen gebührt auch Respekt, die dicken Kühe über die Rallye zu treiben. Aber dieser eine Teilnehmer, den ich aus Meltewitz kannte, da klingeln alle Sicherungen bei mir durch. Ich wünsche ihm nichts böses, nur das er immer schön nach mir ins Ziel kommt. Man bin ich ein schlechter Mensch.

Vielleicht lag es aber auch daran, dass man kurz vor der techn. Abnahme in eine Art Rallye-Grundstress verfällt, der nicht abnimmt. Ständig ist was zu tun, muss noch was gerichtet, geputzt werden und um einen selbst muss man sich auch kümmern. Das strengt an. Auf der Maschine den Körper und davor und danach den Kopf.

Zum Glück waren unsere Nachbarn im Fahrerlager gut drauf. Das hat wirklich Spaß gemacht. Gelaucht haben wir in unserer Ecke wieder mit am meisten. Was für ein geiler Tag!




Leute, einige der Bilder sind von der Facebookseite der Bosnien Rallye. Schaut doch mal darauf wenn hier einen FB Account habt und lasst den Jungs einen Daumen da. Haben Sie sich verdient.



Gruppenbild.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  112.15 KB
 Angeschaut:  4 mal

Gruppenbild.jpg



Grasland.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  85.55 KB
 Angeschaut:  3 mal

Grasland.jpg



hoch die Berge.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  149.86 KB
 Angeschaut:  2 mal

hoch die Berge.jpg



Hochplateau.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  93.27 KB
 Angeschaut:  0 mal

Hochplateau.jpg



schlunzke at work.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  48.65 KB
 Angeschaut:  5 mal

schlunzke at work.jpg



Landschaft.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  91.48 KB
 Angeschaut:  1 mal

Landschaft.jpg


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Website dieses Benutzers besuchen 
matt-FXDOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 13.01.2010
Beiträge insgesamt: 171
KTM LC8 Adv 950, 2004
LC8 1190R Adventure
 →  13.000 km

BeitragVerfasst am : Do, 15. Aug 2019, 18:54    Titel: Antworten mit Zitat

Bilder 1. Fahrtag


IMG_1813.JPG
 Beschreibung:
Mittagspause
 Dateigröße:  242.58 KB
 Angeschaut:  4 mal

IMG_1813.JPG



IMG_1816.JPG
 Beschreibung:
Walter und Schlunzke am Beach
 Dateigröße:  323.16 KB
 Angeschaut:  1 mal

IMG_1816.JPG



IMG_1833.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  509.27 KB
 Angeschaut:  4 mal

IMG_1833.JPG



IMG_1834.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  289.01 KB
 Angeschaut:  5 mal

IMG_1834.JPG



IMG_1841.JPG
 Beschreibung:
im Ziel
 Dateigröße:  228.62 KB
 Angeschaut:  4 mal

IMG_1841.JPG



IMG_1850.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  259.55 KB
 Angeschaut:  1 mal

IMG_1850.JPG


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Website dieses Benutzers besuchen 
matt-FXDOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 13.01.2010
Beiträge insgesamt: 171
KTM LC8 Adv 950, 2004
LC8 1190R Adventure
 →  13.000 km

BeitragVerfasst am : Do, 15. Aug 2019, 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

weitere Bilder von Fahrtag 01


Rallye Orga mit Hund.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  131.34 KB
 Angeschaut:  3 mal

Rallye Orga mit Hund.jpg



strand.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  120.8 KB
 Angeschaut:  3 mal

strand.jpg



Skihang am Ende.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  80.88 KB
 Angeschaut:  0 mal

Skihang am Ende.jpg


Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Website dieses Benutzers besuchen 
ollo 950Offline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 07.07.2004
Beiträge insgesamt: 14344
Wohnort: Berlin
Alter: 7
KTM LC8 SM 950, 2008
 →  26.000 km
EXC 450
 →  55.000 km

BeitragVerfasst am : Do, 15. Aug 2019, 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finds den Hammer das Du freiwillig so weit fährst um offroad zu fahren und beim Oldtimmertreffen LC8 in Grimme hast du mich bald ......wegen des Kuchens in der Sandgrube daschossen Mr. Green
_________________
Zurück zu den Japaner er gehen wird......
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen 
matt-FXDOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 13.01.2010
Beiträge insgesamt: 171
KTM LC8 Adv 950, 2004
LC8 1190R Adventure
 →  13.000 km

BeitragVerfasst am : Fr, 16. Aug 2019, 9:37    Titel: Antworten mit Zitat

Oh ja.
Das stimmt. Schließlich waren in meinen Koffer ca. 40Stk. Guter Blechkuchen von Burg Rabenstein (u.a. Leckere Eierschecke) verteilt. Und ich hatte nur ein grobe Ortsangabe...kein Roadbook oder so.

Schon lange vergeben und verziehen Very Happy
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Website dieses Benutzers besuchen 
IF3Offline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 11.02.2008
Beiträge insgesamt: 2309
KTM 950 S Go!!!!!!!
KTM 690 R 2010

BeitragVerfasst am : Fr, 16. Aug 2019, 10:56    Titel: Antworten mit Zitat

für das teilhaben lassen an der Rally. Ich liebe Bosnien. War selbst schon 4 mal da unterwegs. wub
_________________
Der Schlechte Weg ist das Ziel Rolling Eyes
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen 
matt-FXDOffline
Sponsor
Sponsor
Avatar

Anmeldungsdatum: 13.01.2010
Beiträge insgesamt: 171
KTM LC8 Adv 950, 2004
LC8 1190R Adventure
 →  13.000 km

BeitragVerfasst am : Mo, 19. Aug 2019, 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

Dienstag, 23.07.2019

Briefingraum im Keller, 20:30Uhr, Roadbook-Besprechung. Gelöste Stimmung, alle bis auf ein Orgateammitglied sind gut im Ziel angekommen. Das Orgamitglied hatten wir noch vor 12 Uhr auf der Strecke mitten im Wald getroffen. Danach muss er sich wohl bei einem unfreiwilligen Bodenstopp die Schulter geprellt haben. Stefan, der Rallyechef verordnete für das betroffene Orgamitglied Schreibstubendienst. Allgemeines Lächeln. Es ging im gut und alle konnten sich auf die morgige Etappe geistig vorbereiten.

Wieder 3 Rollen Roadbook, dann werden es wohl min. 300km. Falsch! Stefan hat die 2. Etappe etwas angezogen, knapp 400km standen auf dem Stundenzettel. Der Jubel im Raum hielt sich in Grenzen. Die erste Etappe war schon anstrengend und jede/r und jede Maschine wurde gut gefordert. Was mich sehr wunderte war, die für meine Vorstellungen von einer Rallye, hohe Anzahl von weiblichen Teilnehmern. Den Vogel hat dann die schwedische Familie abgeschossen. Mutter, Vater und Tochter nahmen mit einer beispielhaften Ruhe und Gelassenheit an der Veranstaltung teil. Da konnte ich mir ein Beispiel nehmen. Oder den 3en ging es wir mir und die haben die Buchse voll aber das Pokergesicht aufgesetzt.

Zurück zum Briefing. Es gab nicht viel zu erwähnen. Wir fahren Richtung nördl. bosnisch-kroatische Grenze zu einem Nationalpark, nähe Bihac. Dieser soll mit seinen Wasserfällen und Hängebrücken sehr schön sein. Vorher werden wir noch ein Tal durchkreutzen, in welchem die alte Munition und Mienen aus dem Balkankrieg gesprengt werden.

Im ganzen Tal?
Scheinbar

....tolle Aussichten.

Da es eine sehr lange Etappe werden sollte, gab es eine Uhrzeit an welcher man an einem Punkt gelagt sein musste um die restliche Tour abfahren zu können. Also eine Timeout oder cut off Stelle. 14:30Uhr war die Zeit, zu welcher man diese Stelle durchquert haben musste. Ist man später dran, sollte man die Straße zurück ins Camp nehmen. Knapp 200km. An dieser Stelle wurden meine Finger feucht. Momentmal, wenn man am besagten Punkt ist, bedeutet dass, das man zwar den nördlichsten Punkt aber noch lang nicht 50% des Roadbooks abgefahren hat. Walter nickte vielsagend.

Walter: bei meinem Hinterreifen müssen wir schon offroad fahren, sonst packen wir die 4 Tage nicht mit den Reifen.
Schlunzke, mit selbstsicherer Stimme: logisch, wollte ich auch gerade sagen.


Nach dem Briefing nahmen Walter und ich die Roadbookrollen und fingen an auf dem Zimmer wieder Bettlacken und Roadbook mit Neonfarbe vollzumarkieren.

Dienstag, 23.07.2019 – 23:30Uhr

Walter: so Herr Schlunzke, wie machen wir es?
Schlunzke: ich denke wir setzen uns einen 2. cut off. Stefan hat ja die 70km Abkürzung angesprochen, auch wenn wir dann den Nationalpark nicht sehen, kommen wir rechtzeitig und denoch offraod hier im Camp an, bevor es dunkel wird. Ich will ungern im dunkel das Roadbook hier fahren müssen.
Walter: hmmmmmmm, und wann?
Schlunzke: Start ist ja um 7 Uhr. Ich denke wenn wir an der Stelle für die Abkürzung erst nach 11 Uhr erreichen, dann nehmen wir die Abkürzung.
Walter: und der 2. cut off? Denn müssen wir bekommen. Sonst sind unsere Reifen hin und es kommen noch 2 Fahrtage.
Schlunzke: ja, stimmt. Aber wenn wir am Abkürzungspunkt vor 11 Uhr sind, sollten wir den 2. Punkt auch vor 14:30Uhr schaffen. Die Distanz ziwschen dem 1. cut off und dem 2. cut off sind unter 150km und wir hätte dafür über 3h Zeit. Das müssten wir doch packen, selbst ich.
Walter: wird gut gehen.

Wir markierten uns die cut off Positionen und Zeiten im Roadbook fett ein.

Schlunzke: ich würde gern dass wir uns bei der Navigation abwechseln, ich 50km vorn und dann du. Immer im Wechsel.
Walter: machen wir.
Schlunzke: hast noch ein lauwarmes Bier?
Walter: im Kühlwaschbecken.
Schlunzke: Cheers.
Walter: Wie herum wird jetzt das Roadbook gleich noch einmal aufgewickelt? Cheers.
Schlunzke: bin ich die Baja gefahren oder du?

Mittwoch, 24.07.2019

Weckerklingeln um 5 Uhr.

Peng! Ich bin wach.

...ohje, nein bin ich definitiv nicht! Versuche wieder in den Automatikbetrieb zu kommen. Hinsetzen, Beine auf den Boden, dann aufstehen...diese Nacht war eindeutig zu kurz und das Bier hat meiner Erholungsphase nicht gut getan. Das mache ich heute Abend aber anders. Oh Gott heute Abend...nach 400km Geländefahrt. Das wär so als würde man von Berlin nach Bad Hersfeld nur durchn Wald ballern. Kaum vortstellbar.

Egal! Erst mal ins Bad und mal sehen was mich da im Spiegel erwartet...Kummer bin ich ja gewöhnt.

Erstaunlich schnell waren wir dann aus den Betten. Ich glaube Walter war nur äußerlich ruhig, der hat doch auch Respekt vor der heutigen Etappe. Hoffe ich.

Roadbook einlegen ist so ziemlich das blödeste an der Rallye. Man muss es in Ruhe und mit Gefühl einlegen und einrollern. Zu diesem Zeitpunkt bräuchte ich einen Kaffee...gabs aber nicht, das Hotel macht erst ab 7 Uhr Frühstück. Momentmal, um 7 ist doch der Start!

Und genau aus diesem Grund gab es ein Verpflegungspacket vom Hotel. Lecker Brötchen mit Wurst und Käse sowie einem Salatblatt für die geschmacksexplosion im Mund und die notwendigen Vitamine. Ich liebe solche Verpflegungspackete, besonders wenn diese übernacht im Kühlschrank sind um „frisch“ zu bleiben. Aber ich muss zugeben, geschmeckt haben sie dann auf der Tour.

6:45Uhr – wir rollen zum Start.

…..5.....4......3......2.......1 Stefan winkt uns durch. Der Start ist erfolgt. Heute bin ich vorn und darf mit der Navigation beginnen. Das war ja wieder ein super Einfall von mir. Meine Festplatte ist noch immer auf Standby und jetzt muss ich Navigieren. Es geht über eine noch feuchte Wiese, durch eine Wasserdurchfahrt langsam Richtung bewaldete Berge. Navigation läuft o.k. Nur manchmal stimmen Tripmaster und Roadbookangaben nicht. Liegen weit auseinander. O.k. Dann man logisch weiter fahren....ha, ha...mein Gehirn lacht mich aus. "Logik...der war gut. Seit wann bist du denn der Logiker? ...ich schmeiß mich weg. Man, du Heini! Du bist ein Bauchmensch, frag den und nicht mich. Ich leg mich wieder hin.“ Tja, was soll man da machen, wenn selbst die Organe gegen einen sind? Richtig, man klingelt beim Bauch und fragt hier nach Rat. Ich kann schon mal sagen, der Bauch hat mich bisher nicht enttäuscht. Zum Einen hält er mich sehr gut am Leben, da er immer sparsam mit seinen Resourcen umgeht und mich nicht so leicht verhungern lassen wird. Zum Anderen hat er mich zu 75% super durchnavigiert an den Stellen, wo ich unsicher war. Allerdings scheint mein Gehirn nicht nur gehässig sondern auch nachtragend zu sein. Ab und an habe ich es dann mit Logik versucht. Und dieses eingebildete schwammige Etwas hat sich da auch bitter gerecht. So habe ich am Ende der Etappe wertvolle Plätze eingebüsst und unsere gute Zeit versaut. Als wir nach einem Tankstop durch eine Ortschaft navigieren mussten. Zurück zum 1. Drittel der Etappe. Wir fahren wieder durch Wälder über groben bis feinen Schotter und an Waldarbeitern vorbei. Überholen hier und da einige Teilnehmer. Überwiegend Fahrer von großen Maschinen (GS & Co) aber auch kleinere Maschinen sind dabei. Also scheint unser Tempo o.k. Zu sein. Dann sollten wir doch keine Schwierigkeiten mit dem cut off bekommen.

Als wir aus den Wäldern kommen müssen wir über Felder navigieren. Das ist wirklich schwer, kaum Orientierungspunkte, vor uns keine Fahrer. Die hatten wir ja überholt. Ich schlage einen Feldweg ein...ah...vor uns doch Fahrer. Hier sind wir dann wohl doch Richtig. Danke Gehirn für deine Hilfe. Dann stoppen die Fahrer vor uns, bitte lass sie jetzt nicht drehen. Sie drehen. Gehirn, wir müssen mal dringend reden!

Bei Walter klappert die Verkleidung und ich muss pinkeln. Pause am Hang! Walter zieht die Verkleidung an und ich den Reisverschluss wieder hoch.
Walter: kann weiter gehen.
Schlunzke: jup, aber geile Aussicht hier.


Walter übernimmt die Navigation, ich hinter ihm und prüfe und navigiere für mich mit. Dann kommen wir an einen Wachposten mit Schranke. Er winkt aufgeregt, wir sollen durchfahren. Das ist sicher der Wachposten vom „Sprengtal“. Aber wieso ist der denn so hektisch? Der sollte die Ruhe selbst sein. Will der uns vielleicht in eine Falle locken? Das Tal welches wir dann gut 30min durchqueren ist eine Art Hochebene und der Untergrund ein geschotterter Weg. Hier kann man das Gas mal etwas aufziehen, machen wir auch.

Am Ende des Sperrgebiets ein weiterer Wachposten, er lässt uns wieder aus dem dem Sperrgebiet. Weiter geht’s auf einem geschotterten Weg. Ab und an vorbei an kleinen Bauernhöfen. Man, die haben hier noch richtig Arbeit vor sich. Ganz wenige Landmaschinen sehen wir, dafür viele ältere Menschen auf den Höfen oder Feldern. Wo ist die Jugend? Schule? Oder abgewandert? Egal, die nächsten Schlaglöcher durchstoßen meine Gedanken und fordern mich auf zur Konzenration. An einer kleinen Kreuzung schieße ich übers Ziel, bzw. über die Abfahrt heraus. Bremse und bleibe stehen. Steige ab und will meine LC8 umdrehen. Warum ich dass schiebend machen wollte, entzieht sich bis heute meiner Kenntnis...ich merke noch wie so langsam meine Beine auf dem Schotter wegrutschen und versuche noch mit dem allgemein gültigen Zauberspruch: „Scheiße, Scheiße, Scheiße!“ mein Bike zu halten aber ich rutsche weg. So, das war also mein Sturz des Tages. Zu blöd! Walter kommt mir zu Hilfe und schon steht die Maschine wieder. Eigene Blödheit.

Kurze Zeit später kommen wir um ersten Checkpoint. Stefan steht mit seiner Crew bereit. Sie wischen uns die Visiere sauber und haken uns auf der Liste ab.
Kurze Blödelei beim Stopp.

Schlunzke zu Stefan: bitte auch den Unterboden der Maschine pflegen
Stefan: ja, einmal heiß Wachseln machen wir dann auch gleich mit.

Stefan dreht sich zu Walter: deine Endtöpfe sind immer noch zu laut.


Man wirft sich noch ein paar Blödelein zu und dann geht’s weiter richtig 1. cut off Position. Diese befindet sich in einer Ortschaft in der Nähe des Naturparks. Wir liegen gut in der Zeit. Die cut off Position erreichen wir nachdem wir über eine weitere Hocheben und einen Holzplatz fahren müssen. Hier hebelt es einen vor mir fahrenden Yamahafahrer komplett aus, als er über einen großen Stein fährt. Er fängt die Maschine aber zirkusreif ab und kann weiter fahren.Sicher hatte gerade aufs Roadbook geschaut und dabei den Stein überfahren. Später treffen wir uns an der Tankstelle wieder. Ich habe ihm berichtet dass er die Maschine spektakulär eingefangen hat und er wollte wissen, warum ich keine GoPro an hatte. Niemand hat behauptet, dass die Teilnehmer einer Rallye erwachsen sind. Äußerlich vielleicht, innerlich sind sie nicht älter als 16.

Wir haben die erste cut off Position gegen 10 Uhr erreicht, also 1h eher. Wir liegen top in der Zeit und gehen den 2. cut off an. Wissend dass wir es locker schaffen sollten. Geil!


Teil 02 und Fotos des Fahrtags folgen.....
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Website dieses Benutzers besuchen 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    forum.LC8.info Foren-Übersicht -> Motorrad - Wettbewerbe Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Beiträge der letzten 24h (nach Forum sortiert)

Gehe zu:  
Rechte



Powered by phpBB © 2001 - 2005 phpBB Group |  Hosted and administrated by schradtnet_mini.gif | Lösche Cookies von diesem Forum
[ Time: 0.2536s ][ Queries: 35 (0.0746s) ]